CDU-Fraktion sieht Sachsens Außenwirtschaft auf gutem Weg

Beitrag vom 17.12.2015 - 13:51 in Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

In einer aktuellen Debatte in der letzten Plenarsitzung des Jahres haben sich die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD mit der sächsischen Außenwirtschaft befasst.

"Sächsische Unternehmen haben im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen in einem Gesamtwert von 36 Milliarden Euro exportiert – das Plus von 14 Prozentpunkten ist das größte Wachstum seit Einführung der Statistik im Jahr 1991", so Prof. Dr. Roland Wöller, Mitglied im Arbeitskreis für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr der CDU-Landtagsfraktion. Dies sei eine stolze Bilanz, die nur durch den sächsischen Mittelstand als Motor möglich war.

Wöller sieht neben den Erfolgen aber auch noch Entwicklungspotenzial für die Zukunft: "Die Exportanteile  liegen im Vergleich zum Westen noch zurück. Vor allem gilt es weitere Hemmnisse abzubauen." Vor allem sei die kleinteilige Wirtschaftsstruktur in Sachsen dafür verantwortlich, dass sich die noch relativ jungen Unternehmen häufig eher als Zulieferer betrachten und sich trotz eines weitrechenden Förderinstrumentariums nicht auf den Weltmarkt trauen. "Besonders im Bereich der Finanzierung muss sich etwas tun. So müssen Banken sächsische Unternehmen auf den Weltmarkt begleiten – ein überschaubares Risiko in Anbetracht der geringen Ausfallraten bei Exportkrediten", so der CDU-Wirtschaftspolitiker.

"Erfindungen sind das eine, die Umwandlung in marktfähige Produkte das andere", so Wöller. So müsse der Freistaat den Unternehmen seine unterstützende Hand reichen, um den Prozess vom Prototyp zum Exportschlager aktiv mitzugestalten.

Ronald Pohle, der handwerkspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, betrachtet vor allem das Russlandgeschäft mit Sorge: "Ich habe die Hoffnung, dass sich das Embargo mit Russland im kommenden Jahr abschwächt, denn die spürbaren Produktionsrückgänge macht vielen Unternehmen zu schaffen und einige Betriebe waren gezwungen, mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zu reagieren."

Hintergrundinformationen:

Die sächsischen Exporte erreichten im ersten Halbjahr 2015 einen Wert von insgesamt 19,8 Milliarden Euro – ein Plus von 15 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im bundesweiten Vergleich nimmt Sachsen damit beim Wachstum die Spitzenposition ein, vornehmlich getragen vom Kraftfahrzeugbau mit 48 Prozent und einem Volumen von 9,5 Milliarden Euro aller Exporte) gefolgt vom Maschinenbau mit neun Prozent und elektrotechnischen Erzeugnissen mit fünf Prozent. Die Gesamtexporte beliefen sich 2014 auf insgesamt 36 Milliarden Euro. Der größte Teil der Exporte geht in die Europäische Union (28 Prozent), nach China (18 Prozent) und in die USA (neun Prozent). Russland erreichen nur drei Prozent der sächsischen Exporte, die zudem aufgrund der Sanktionen um 13 Prozent fielen. Die Bedeutung Chinas ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen: So stieg das Exportvolumen von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 6,4 Milliarden Euro im Jahr 2014.