Naturschutzstationen bekommen finanzielle Unterstützung durch den Freistaat

Beitrag vom 30.03.2017 - 10:05 in Ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft

Gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und GRÜNEN

(Dresden, 30. März 2017) Die sächsischen Naturschutzstationen bekommen finanzielle Unterstützung durch den Freistaat. Bereits im Rahmen der Haushaltsverhandlungen im Herbst 2016 wurden dafür 1,5 Millionen Euro pro Jahr eingestellt. Nun wird in dem gemeinsamen Antrag von CDU-, SPD- und GRÜNEN-Fraktion 'Umsetzungskonzept sächsischer Naturschutzstationen' (Drs 6/8984) vorgeschlagen, wie die Naturschutzstationen die im Haushalt 2017/2018 festgelegten finanziellen Mittel erhalten sollen. So werden die Schwerpunktaufgaben des praktischen Naturschutzes vor Ort erstmalig in dieser Größenordnung durch den Freistaat unterstützt.

Dazu erklärt Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag: "Naturschutzarbeit braucht Kontinuität. Mit der jetzt geplanten Unterstützung gibt es wieder mehr Planungssicherheit für die Naturschutzstationen. Gerade personelle Strukturen sind so weniger gefährdet, als wenn sie allein von immer nur temporärer Projektförderung abhängig sind. Mit den genannten Aufgaben vom Erhalt der Artenvielfalt über Biotoppflege, Nachwuchsgewinnung bis hin zur Umweltbildung spiegelt der Antrag die ganze Breite der Naturschutzarbeit wieder. Ich freue mich, dass wir hier mit der CDU und der SPD an einem Strang ziehen konnten und diese Aufgaben landesweit Unterstützung durch den Freistaat Sachsen finden werden."

Dazu sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises für den ländlichen Raum, Umwelt und Landwirtschaft der CDU-Fraktion, Andreas Heinz:  „Mit der Umsetzung eines in sich schlüssigen Konzeptes der Naturschutzstationen tragen wir gemeinsam dazu bei, dass auf regionaler Ebene querschnittsbezogene Naturschutzarbeit sichergestellt wird. Hiermit ermöglichen wir die Zusammenarbeit von etablierten professionellen sowie ehrenamtlichen Strukturen zum Wohle des Naturschutzes und der Umweltbildung. Die Naturschutzstationen können 1,5 Mio. EUR pro Jahr für Maßnahmen zum Artenschutz, Biotoppflege, Umweltbildung u.v.m. einsetzen. Insbesondere können wir uns über die Sicherstellung und Ausweitung der Naturschutzarbeit in Sachsen freuen.“

Dazu erklärt Simone Lang, Sprecherin für Umweltschutz der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Ehrenamtliche Naturschutzarbeit braucht verlässliche Strukturen. Bereits im Koalitionsvertrag haben wir die Förderung von Naturschutzstationen verankert. Mit dem Haushalt 2017/2018 ist es uns gelungen, erstmals Mittel im Umfang von 1,5 Mio. Euro zur Förderung von Naturschutzstationen bereitzustellen. Mit dem gemeinsamen Antrag wird nun der politische Wille inhaltlich konkretisiert. Ein flächendeckendes Netz von Naturschutzstationen ist für die praktische Umweltarbeit in den Regionen wichtig“

Hintergrund:
Im gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und GRÜNEN werden Mindest- und Abwägungskriterien festgelegt, die die Breite der Aufgabenpalette und die Zusammenarbeit aller Beteiligten gewährleisten sollen. Die vorgesehenen Mittel werden durch den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt im Einvernehmen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz und dem regionalen Landschaftspflegeverband, sowie − so vorhanden − den Naturschutzbeiräten vergeben. Im Vorfeld wird die Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU) zu den Auswirkungen auf das landesweite Netz der Naturschutzstationen, auf das Netzwerk Umweltbildung Sachsen (NUS), möglicher Kooperation sowie zu den Mindest- und Abwägungskriterien angehört. Neben bestehenden Einrichtungen können in begründeten Fällen, insbesondere zur Schließung größerer räumlicher Lücken, auch neue Einrichtungen unterstützt werden.