25 Jahre CDU Fraktion

KLARTEXT, BITTE!

Die letzten 25 Jahre - drei persönliche Erfahrungen

Dr. Martin Kuhrau war 18 Jahre lang in den verschiedensten Funktionen, unter anderem als Pressesprecher der CDU-Fraktion, tätig.

Was waren für Sie die turbulentesten Zeiten in der Fraktion?

Da gab es viele. Als Pressesprecher der Fraktion war es für mich sicher 2004 durch den Einzug der NPD in den Landtag. Da hatte ich plötzlich Interviewanfragen aus Amerika und Japan.

Was waren die größten Erfolge?

Der Fraktion ist es gemeinsam mit der Regierung gelungen, so etwas wie eine Sachsen-Identität zu schaffen. Wirtschaftlich, infrastrukturell, aber auch kulturell. 

Was waren die größten Niederlagen?

Ich denke, es ist nicht gelungen, den Wechsel des Ministerpräsidenten von Kurt Biedenkopf zu Georg Milbradt sauber über die Bühne zu bringen. Was da abgelaufen ist, hatte in der Fraktion ziemliche Schäden verursacht.

25 Jahre CDU-Fraktion – haben Sie einen Geburtstagswunsch?

Ich wünsche, dass die Fraktion in Zukunft wieder mehr Mut zur Eigeninitiative zeigt. Auch wenn alle Abgeordneten an ihren Wahlkreisen hängen, sollte jeder auch einen Blick für ganz Sachsen wahren.

Jan Hippold aus dem Landkreis Zwickau sitzt seit 2009 im Sächsischen Landtag. Er setzt sich insbesondere für die Stärkung des ländlichen Raumes ein.

Was ist der größte Erfolg der CDU-Fraktion?

Sachsen hat sich zu einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen in Deutschland entwickelt, ohne dabei seine Traditionen aufzugeben. Das ist maßgeblich der CDU zu verdanken. 

Was ist die größte Niederlage der CDU-Fraktion?

Es war uns immer wichtig, Entscheidungen zu treffen, die von der Bevölkerung getragen werden. Im Hinblick auf die derzeitigen Herausforderungen in der Asyl- und Flüchtlingspolitik muss das so bleiben. Die größte Niederlage wäre es, Politik an den Menschen vorbei zu machen. 

Tut die Fraktion genug für die Entwicklung im ländlichen Raum?

Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist eines der Hauptziele in der CDU-Fraktion, obwohl es auf diesem Gebiet nach wie vor viele Baustellen gibt. Das erst kürzlich von uns verabschiedete Investitionspaket für Kommunen in Höhe von 800 Millionen Euro ist ein wichtiger Schritt.

Gibt es ein Spannungsverhältnis zwischen städtischer und ländlicher Politik?

Nein. Zwar gibt es im ländlich geprägten Raum natürlich andere Herausforderungen als in den Großstädten, jedoch kann man keinesfalls von einem Spannungsverhältnis reden. Es ist eher umgekehrt: Beide arbeiten eng zusammen.

Andreas Nowak ist Leipziger und seit 2014 Landtagsabgeordneter. Dass er sich aktiv im Arbeitskreis Umwelt, Landwirt¬schaft und ländlicher Raum engagiert, wissen nicht viele.

Was war für Sie der größte Erfolg der CDU-Fraktion?

In der Wirtschafts- und Verkehrspolitik in den 1990er Jahren die Weichen so gestellt zu haben, dass wir heute davon profitieren und solide weiterentwickeln können. Und die Schuldenbremse in der Verfassung zu haben, vor allem mit so breiter Mehrheit, weit über die Koalition hinaus.

Was war für Sie die größte Niederlage der CDU-Fraktion?

Ich persönlich finde alle Entscheidungen schwierig, die für klein- und mittelständische Unternehmen zusätzliche Bürokratie bedeuten. Ein Beispiel ist die Dokumentationsflut beim Mindestlohn. Außerdem scheint es noch nicht gelungen zu sein, bis in jede Amtsstube den Anspruch zu vermitteln, vor allem als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein. 

Tut die Fraktion genug für die Entwicklung im ländlichen Raum?

Aus meiner Sicht natürlich: ja. Aber das wird bei einem Großstadt-Abgeordneten nicht verwundern. Allerdings habe ich auch ländlich geprägte Ortsteile im Wahlkreis. Generell halte ich nichts von einem künstlich herbeigeredeten Konflikt zwischen Stadt und Land. Ich bemühe mich jedenfalls um ein gutes Verhältnis und auch Verständnis zu den Kollegen aus dem ländlichen Raum.

Fotos: CDU / Chaperon; Oleg Jampolski; Jan Hippold

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