Bürgerfragen

Was war Ihre politisch schwierigste Entscheidung?

(Mandy, 22, Löbtau)

Georg-Ludwig von Breitenbuch (45) aus dem Leipziger Land sitzt seit sechs Jahren im Sächsischen Landtag und ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Das war mein Eintritt in die CDU 1997. Nach der Wiedervereinigung gab es eine intensive politische Debatte um die politische Entscheidung der Nicht-Rückgabe der in der sogenannten Bodenreform des Jahres 1945 entschädigungslos enteigneten Vermögen in der ehemaligen DDR, insbesondere um die Immobilien und Gegenstände, die immer noch öffentliches Eigentum waren.

Meine Familie war davon in Sachsen und Thüringen betroffen, und es war mir 1990 selbstverständlich, dass eine CDU-geführte Bundesregierung uns unser Eigentum, gerade wenn es in Staatshand gekommen war, zurückgeben würde. Für diesen Staat war ich gerade zwei Jahre in tiefer Überzeugung Soldat gewesen, und ich war auch persönlich bereit, mich dem Wiederaufbau zu stellen. Die Nicht-Rückgabe ist und bleibt für mich eine bedeutende, eine schmerzliche politische Erfahrung.

Nichtsdestotrotz habe ich mich 1997 entschieden, Mitglied der CDU zu werden. Ihre Grundsätze als Volkspartei, im Umgang mit den Menschen, überzeugen mich bis heute, unabhängig von der eigenen persönlichen Betroffenheit, die mir aber in meiner politischen Arbeit ungemein hilfreich ist, Sorgen und Nöte von Menschen in unserem Land zu verstehen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Abgeordneten aus der Opposition?

(Christian, 53, Leipzig)

Christian Hartmann (42) aus Dresden ist seit 2009 Landtagsabgeordneter. Er ist innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Der Schlagabtausch im Parlament ist das eine, die persönlichen Beziehung das andere. Nur weil es auf politischer Bühne ab und zu zwischen den Abgeordneten ordentlich rappelt, heißt das nicht, dass wir nicht gute persönliche Kontakte untereinander pflegen. Ich bin mit vielen Politikern der Oppositionsfraktionen freundschaftlich verbunden. Warum auch nicht? Man kann in bestimmten politischen Fragen unterschiedlicher Auffassungen sein und sich dennoch persönlich schätzen. Wichtig ist und bleibt der gegenseitige Respekt, egal wie hart die politische Auseinandersetzung geführt wird.

Warum gibt es keine Ausbildung zum Berufspolitiker?

(Lena, 17, Meißen)

Alexander Dierks ist mit 28 Jahren das jüngste Mitglied der Fraktion und seit 2014 ihr jugendpolitischer Sprecher.

Die deutschen Parlamente sollten stets ein Spiegel der Gesellschaft sein. Schließlich sind Abgeordnete gewählte Volksvertreter auf Zeit und treten für die Interessen und Meinungen der Bürgerinnen und Bürger ein. Am besten gelingt dies, wenn Persönlichkeiten aus allen Altersklassen, gesellschaftlichen Vereinigungen und Berufen mit ihren Erfahrungen zusammenarbeiten. Zudem besagt das passive Wahlrecht als Kern unserer Demokratie, dass sich in Deutschland jeder mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Mindestalter, Straffälligkeit) für ein politisches Amt zur Wahl stellen darf. Eine verpflichtende Ausbildung zum Berufspolitiker etwa ist daher nicht legitim. Wichtiger ist vielmehr, sich schnell in unterschiedliche Sachthemen einarbeiten und diese bewerten zu können. Die persönliche Entscheidungsfindung erfolgt dann in vielen Gesprächen mit Kollegen, Bürgern, Vereinigungen und Unternehmen. Außerdem stellen die Abgeordneten nur einen Teil der Staatsgewalt dar. Die Mitarbeiter der Verwaltung und der Justiz setzen die Entscheidungen der Politik um und werden durch das Parlament kontrolliert. Dafür wiederum gibt es Ausbildungen und Studiengänge.

Wie bereitet man sich auf das Leben in der Politik vor?

(Beatrix, 38, Bautzen)

Daniela Kuge (40) aus Meißen sitzt seit 2014 für die CDU im Sächsischen Landtag und befasst sich mit Sozialpolitik.

Das sieht bestimmt jeder etwas anders. Mich hat Politik schon immer interessiert, besonders die Gesundheits- und Wirtschaftspolitik. Ich stehe schon immer mit beiden Beinen im reellen Leben: Als gelernte Pharmazeutin, habe ich gern in diesem Beruf gearbeitet. Daher kommt auch mein Interesse und mein Fachwissen für die Gesundheitspolitik erklärt. Ich wollte nicht wie andere immer nur meckern, sondern mich aktiv einbringen. Aus diesem Grund bin ich in die CDU eingetreten. Diese Partei hat meine Interessen immer gut vertreten und ich wollte genau hier die Zukunft mitgestalten. Von Beginn an habe ich im CDU-Stadtverband mitgearbeitet. Nachdem ich erst Beisitzerin, später Vorsitzende der Frauen Union des Landkreises Meißen war, wurde ich dann auch in den CDU-Kreisvorstand gewählt. Von diesem Gremium kam auch die Unterstützung, als ich mich entschied, für die Landtagswahlen 2014 zu kandidieren.

Ihr Feedback ist uns wichtig!
Fanden Sie den Artikel interessant?