Integration

Wer sich und seine Familie ernähren kann, ist Stütze dieser Gesellschaft

Herr Heidan, welche Möglichkeiten sehen Sie als wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, um die Integration erfolgreich mitzugestalten?

»Menschen in Arbeit und sinnvolle Beschäftigung zu bringen ist das beste Mittel für eine erfolgreiche Integration. Dabei ist nicht nur die bezahlte Arbeit allein zu benennen. Für mich ist es völlig unver­ständlich, wenn in Asylbewerberheimen noch zusätzlich Firmen beschäftigt werden müssen, die Rei­nigungsarbeiten oder Hausmeisterdienste überneh­men müssen. Integration geht also schon viel früher mit der Wahrnehmung von Arbeitsgelegenheiten los. Bereits hier kann betroffenen Menschen der Einstieg in einen geregelten Tagesablauf ermöglicht werden.«

Ist davon auszugehen, dass jemand, der sich und seine Familie ernähren kann, sich erfolgreicher in unsere Gesellschaft integriert?

Ich bin davon überzeugt, dass derartige Modelle die besseren sind. Staatliche Alimentierung ist am Anfang wichtig, um den mittellosen Flüchtlingen einen Start zu ermöglichen. Sie wird aber schädlich, wenn sie zur Dauereinrichtung wird und man den Menschen suggeriert, sich dauerhaft in den Sozialsystemen einrichten zu können. Wer sich und seine Familie ohne staatliche Hilfe ernähren kann, der ist eine Stütze der Gesellschaft; die Frage der Integration hat sich damit erledigt.«

... das Erlernen der deutschen Sprache. Das ist Grundvoraussetzung, um eine Ausbildung oder Arbeitsstelle überhaupt antreten zu können.

Von welchem Bildungsgrad der Flüchtlinge gehen Sie aus?

»Wir haben eine hochinnovative und komplexe Wirtschaft. Deshalb ist für uns die Ausbildung von Facharbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern von existenzieller Bedeutung, um im Wettbewerb weltweit mithalten zu können. Leider ist der Bildungsgrad des überwiegenden Teils der Geflüchteten nicht so hoch, dass sie gleich in die Wirtschaft übernommen werden könnten. Hier wird noch viel Geduld und Aufwand nötig sein, bis sich die Erfolge am Arbeitsmarkt zeigen. Experten nennen Zeiträume von fünf bis zehn Jahren.«

Können die Neuankömmlinge der sächsischen Wirtschaft helfen, etwa das demografische Ungleichgewicht zu korrigieren?

»Nein, dafür liegen die Zuwanderungszahlen insgesamt zu niedrig.
Hinzu kommt, dass der demografische Wandel insbesondere den ländlichen Raum Sachsens betrifft, während die großen Städte Einwohnerzuwächse verzeichnen. Migranten und auch regulär Zugewanderte siedeln sich vorwiegend in den Ballungsgebieten an. Man kann jetzt auch nicht die Strukturentwicklung der letzten 40 Jahre mit geflüchteten Menschen ausgleichen wollen.«

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