Start-up

Start-Up-Land Sachsen!

Existenzgründer vs. Entrepreneuer

„Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Existenzgründer und einem Enterpreneur“, sagt Mario Geißler. Der Junior-Professor an der TU Chemnitz versucht, das Wesen des „Start-ups“ wissenschaftlich zu erfassen. „Ein Startup ist eine Gründung plus. Es gründet sich mit einer Innovation und befindet sich zusätzlich auch in einem innovativen Wettbewerb.“ Wichtig ist, dass ein bestehendes Bedürfnis innovativ gelöst wird. „Hotels und Ferienwohnungen gab es schon lange vor AirBNB.“, sagt Meyer.

Der Traum vom großen Exit

Für Andreas Müller, Investment Direktor des Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS), liegt das Merkmal von Start-ups in der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. „Als Faustregel können sie danach gehen, ob ein Unternehmen starkes Wachstum in attraktiven Märkten prognostizieren kann.“ Damit hat der Kapitalgeber einen beeindruckenden Anreiz für Sachsen geschaffen: „Wir können mit unserer Finanzierung bereits in einem sehr frühen Stadium einsetzen“, so Müller. Innovative Ideen lassen sich somit schneller und besser fördern. Davon profitieren mittlerweile nicht nur Unternehmensgründer aus Sachsen. Ansiedlungen von Gründern aus Ballungszentren wie Frankfurt oder Köln im Freistaat sind durch den TGFS ermöglicht worden. Auch Pendix wurde durch Gelder aus dem TGFS gefördert.

Lockerer Umgang und Experementierfreude trotz Spitzenservice: für das Team von Pendix eine Firmenphilosophie.

Technologiegründerfond Sachsen (TGFS)

  • Gesamt: 124 Mio. EUR vom Freistaat Sachsen: 90 Mio EUR von den Sparkassen Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie LBBW: 34 Mio EUR

  • TGFS Investitionen seit 2008: 41 Unternehmen; 650 neue Arbeitsplätze

  • TGFS Investitionen 2016: 29 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von insg. 40 Mio. EUR


Zweirad-Innovation aus der Automobilhochburg

In der sächsischen Automobilhochburg Zwickau hat Thomas Herzog mit seinem Unternehmen „Pendix“ einen Antrieb entwickelt, mit dem sich ein klassisches Fahrrad in wenigen Minuten zum E-Bike umrüsten lässt. Mittlerweile beschäftigt Pendix 30 Mitarbeiter, der Umsatz liegt im Millionenbereich, Tendenz steigend. „Nächstes Jahr wollen wir den Umsatz verfünffachen“, sagt Herzog. Wenn Herzog an Start-ups denkt, dann hat er eher den Studenten im Kopf, der in der Garage probiert, ob seine Erfindung funktioniert. So ist „Pendix“ nicht, betont er. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Serviceorientierung gegenüber dem Kunden sieht er sich eher als Mittelständler. „Im Unternehmen aber sind unsere Strukturen wie bei einem Start-up: flache Hierarchien, lockerer Umgang, Experementierfreude“, meint Herzog, und fügt hinzu: „Das wird sich auch nie ändern.“

Dass Herzog und sein Team weit weg von Start-up-Hochburgen im beschaulichen Zwickau residieren, brachte viele Standortvorteile mit sich. „Die Infrastruktur und Zuliefererlandschaft hier ist perfekt, aus der Hochschule können wir außerdem ständig neue Mitarbeiter werben“, sagt Herzog.

(Kopie 1)

Fotos: Pendix/PR

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