Im Interview mit Professor Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität Dresden: "Sachsen hat als einziges ostdeutsches Bundesland die Chance auf eine Exzellenz-Universität"

Im Interview: Professor Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität Dresden (Foto: TUD/Eckold)

WIR: Die TU Dresden hat sich bei der Exzellenz-Initiative beworben. Teil der Bewerbungsunterlagen ist auch ein Zukunftskonzept: „Synergetische Universität“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Hans Müller-Steinhagen: Unser Zukunftskonzept „Die synergetische Universität“ ist unsere Strategie für die Entwicklung der Universität, um zukünftig in noch stärkerem Maße national und international wettbewerbsfähig zu sein. Wenn wir das Exzellenz-Siegel erhalten, wird das die gesamte Universität stärken: Und zwar nicht nur im Sinne eines einmaligen Schubs – immerhin fast 80 Millionen Euro –, sondern als eine Initialzündung, die uns in einen höheren Orbit bewegt.

Unser Zukunftskonzept hat vier Schwerpunkte: Eine Strategie, wie wir künftig die besten Köpfe an die TU Dresden holen und auch hier halten; DRESDEN-concept, ein deutschlandweit einmaliger Verbund aus Universität und außeruniversitärer Forschung hier am Standort Dresden; die Optimierung der akademischen Strukturen sowie die Neuorganisation der Unterstützungsprozesse. Wir sind in Dresden wirklich in einer einzigartigen Position, um Synergien zu nutzen. Neben 16.000 Studierenden in den Ingenieurwissenschaften, 5.000 in den Naturwissenschaften und 2.500 in der Medizin, haben wir auch 12.500 Studierende in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Ich glaube, in der Zusammenarbeit über disziplinäre Grenzen hinweg werden in Zukunft die großen Fortschritte gemacht werden. 

WIR: Können Sie das konkretisieren?

Müller-Steinhagen: Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Ich komme aus Stuttgart. Stuttgart 21: Das ist kein technisches Problem, nicht mal mehr ein finanzielles Problem, es ist ein Problem zwischen Bevölkerung, Politik, Industrie, Kommunikation, Soziologie und anderen Aspekte. So etwas muss man auch aufgreifen! 

Andere Beispiele sind die CO2-Abspeicherung oder Windkraftanlagen oder Braunkohle. Sie können hingehen, wo sie wollen, wir können nicht mehr alles allein technisch/wirtschaftlich betrachten. Wir müssen es in ein interkulturelles, soziologisches und soziales Umfeld stellen. 
Zum Thema Synergien zwischen Universitäten und außeruniversitären Forschungen: Wir haben nach München die höchste Dichte an außeruniversitären Forschungsstellen in Deutschland hier in Dresden. Im DRESDEN-concept geht es genau darum, diese Synergien intellektuell, aber auch gerätemäßig zu nutzen. Wir wollen aber auch die Synergien nutzen zwischen der Universität und der Gesellschaft. Das umfasst das Thema Wissenstransfer, und zwar nicht nur Technologietransfer, sondern auch geistiges und kulturelles Wissen in die Gesellschaft und zurück, einschließlich Politik. Darum geht es bei der synergetischen Universität.

WIR: Der Wissenstransfer aus der universitären Forschung heraus in den Bereich der Wirtschaft ist ausbaufähig. Wie kann das verbessert werden?

Müller-Steinhagen: Zunächst ist die TU Dresden da schon in einer sehr starken Rolle. Ein Drittel aller Patente, die von den großen neuen technischen Universitäten in Deutschland kommen – Karlsruhe, Darmstadt, München, Aachen – stammen von der TU Dresden. Da sind wir führend. Wir sind außerdem sehr stark, was die Zahl der Ausgründungen angeht, also Firmen, die direkt aus der TU Dresden entstehen. 

Wir haben die TUDAG, die TU Dresden Aktiengesellschaft. Die immerhin zurzeit einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro hat, über die auch Wissen transferiert wird in  Firmenausgründungen, die direkt gegründet und weitergeführt werden. Wir haben Professoren und Professorinnen, die Beratungstätigkeiten und andere Dinge machen. Aber auch da glaube ich, dass man noch wesentlich mehr machen sollte. 

Wir haben in unserem Zukunftskonzept ganz konkret einige Ansätze beschrieben, die wir verfolgen werden. Das fängt schon damit an, dass wir über die TUDAG eine Stiftungsprofessur - Innovationsmanagement, Technologietransfer - machen wollen. Wir wollen letztendlich Räume schaffen innerhalb der Universität, wo interdisziplinäres Wissen generiert werden kann und auch StartUps etabliert werden können. Wir bauen jetzt gerade ein Technologiezentrum, die Grundsteinlegung ist eben erfolgt. Dort werden zukünftig auch für StartUp-Unternehmen Keimzellen, Räume und Betreuung zur Verfügung gestellt. Da ist ein riesen Bedarf da.
Das bleibt aber nicht nur auf die Technologie beschränkt. Stichwort Geisteswissenschaften: Da gibt es Zusammenarbeit mit Museen, mit Bibliotheken, mit Politik. Ich glaube, da müssen einfach auch Foren für diese Kommunikation geschaffen werden. 

WIR: Bekommen sie bei der Exzellenz-Initiative eigentlich genug Unterstützung?

Müller-Steinhagen: Genug davon kann man nie bekommen. Wir bekommen umfangreiche Unterstützung vom Land, von der Politik, aber auch von der Stadt. Im Wettbewerb um den Titel Exzellenz-Universität – es werden ja nur 12 Universitäten in Deutschland diesen Titel erhalten – ist es wichtig, dass die Politik ganz klar Stellung bezieht und kommuniziert: Wir in Sachsen haben als einziges ostdeutsches Bundesland die Chance auf eine Exzellenz-Universität. Diese Chance werden wir nutzen. Denn eines ist klar: Industrie und Wissenschaft gehen zu den akademischen Hochburgen. Das zieht Investoren an wie das Licht die Motten. Große Firmen sind auch deshalb hier, weil hier hochqualifizierte Arbeitskräfte ausgebildet werden. 

Die Entscheidung wird letztendlich nicht aus politischen Gründen fallen. Der Wissenschaftsrat und die Gutachter werden eine Entscheidung treffen oder eine Vorlage anfertigen auf Grund der Qualität der Anträge, aufgrund des Status Quo der Universitäten und deren Präsentation bei der Begutachtung. Aber in der allerletzten Sitzung, in der die Entscheidungen getroffen werden, sind auch die Vertreter der einzelnen Bundesländer anwesend, und da wird es, wenn alle Dinge gleich sind, auch darum gehen, wie das Land sich positioniert. Ob das Land sagt: Ja, wir wollen das, wir werden das auch nach Ablauf dieser Förderphase weiter unterstützen. Das wird ein ganz wesentlicher Punkt sein.

WIR: Sie waren viele Jahre im Ausland, in Kanada, in Neuseeland in England. Da kommt eigentlich immer die Frage: Was hat das Ausland, was wir nicht haben? Ich will die Frage mal umgekehrt stellen: Was hat Sachsen, was Sie im Ausland nicht finden?

Müller-Steinhagen: Ich glaube immer noch, dass unser Hochschulsystem auch Vorteile gegenüber dem angelsächsischen System hat. Man darf nicht alles auf eine rein kommerzielle Basis stellen, wie das häufig im angelsächsischen System passiert. Die Differenzierung, die wir in Deutschland haben, mit Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien bis hin zur beruflichen Ausbildung – Lehre und Meisterausbildung - ist großartig. Darum beneidet uns die ganze Welt. Es wäre ein Riesenfehler, das aufzuweichen oder gar aufzugeben. Zum Beispiel hat der deutsche Diplomingenieur in der ganzen Welt eine enorme Reputation. In den USA, in China, in Australien schütteln sie die Köpfe darüber, wenn sie hören, dass wir hier das Diplom abschaffen wollen. 

Die Ausrichtung an den Universitäten mit Grundlagenwissen, wie wir es in Deutschland haben, halte ich für richtig. In der Hinsicht haben wir viel zu bieten, und ich sehe auch keinen Grund, warum wir da auch langfristig nicht wettbewerbsfähig sein sollten. 

WIR: Jetzt die Frage: Was hat das Ausland, was Sachsen bräuchte?

Müller-Steinhagen: Was mir speziell in meiner früheren Tätigkeit als Dekan in England extrem aufgefallen ist, war die dort vorhandene Flexibilität im Hinblick auf die Gestaltung von Forschung, Lehre und Management. Selbst eine staatliche Universität konnte betriebswirtschaftlich und wettbewerbsfähig agieren, wie ein Wissenschaftsunternehmen. Und das, ohne dass zuvor jahre- oder gar jahrzehntelang erst einmal diskutiert werden musste. 

Wenn man mal schaut: Die Universitäten, die in den internationalen Rankings vor uns sind, können viel schneller agieren, können sich auch als Beutegemeinschaften aufstellen, um erfolgreicher zu sein in diesem internationalen Wettbewerb.

WIR: Spielt das Gehalt der Professoren eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Exzellenz-Universität oder ist es eher nachrangig?

Müller-Steinhagen: Spitzenwissenschaftlern und –innen die bei uns arbeiten oder sich bei uns bewerben haben häufig Konkurrenzangebote aus anderen Bundesländern, die deutlich höher liegen. Wir müssen ihnen dann in den Verhandlungen mitteilen, dass wir aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr bezahlen dürfen, auch wenn wir die finanziellen Möglichkeiten dazu hätten. So etwas ist im heutigen Wettbewerb um herausragende Mitarbeiter/innen nicht mehr zeitgemäß. Die Universitäten müssen wesentlich mehr Freiraum bekommen, unternehmerisch zu agieren. Das ist natürlich eine Forderung, die wir schon mehrfach an die Politik gerichtet haben. Es sind dahingehend auch deutliche Fortschritte gemacht worden. Aber wir sind im Vergleich zu Universitäten in einigen anderen Bundesländern, wie z.B. Hessen,  doch noch verhältnismäßig unselbstständig in dem, was wir selbstständig entscheiden und tun dürfen. 

Wenn man mal betrachtet: Wir bekommen im Augenblick einschließlich der Medizin etwa 250 Millionen Euro pro Jahr vom Land und wir akquirieren zusätzlich noch mal 200 Millionen über Drittmittel im Wettbewerb national und international. Das heißt, über 40 Prozent unserer Mittel kommen schon aus unternehmerischen Aktivitäten. Wir haben aber auf der anderen Seite nicht die Möglichkeit, was Gehälter oder die Bewirtschaftung unserer Liegenschaften angeht, selbständige Entscheidungen zu treffen. 

WIR: Wird Sachsen auf Dauer ohne Studiengebühren auskommen?

Müller-Steinhagen: Im Augenblick ist es eine ganz klare gesetzliche Regelvorgabe. Wir haben keine Studiengebühren. Das macht uns sicherlich interessant für Studierende außerhalb von Sachsen, obwohl in der Zwischenzeit in ganz Deutschland der Trend wieder zurück zum Verzicht auf Studiengebühren geht. Deswegen ist das ein Punkt, der in unsere strategischen Überlegungen gar nicht eingehen kann. 

Wenn Sie das mit dem englischsprachigen Raum vergleichen, ist es dort einfach in der Bevölkerung akzeptiert, dass eine Weiterbildung eben Geld kostet, weil man damit auch mehr Geld verdienen kann, wenn man später fertig ist. Das ist so akzeptiert. Bei uns in der Bevölkerung ist es noch nicht akzeptiert. Im Augenblick fahren wir nicht schlecht hier in Sachsen mit dem System, das wir haben. 

WIR: Wie wirkt sich die demographische Entwicklung auf die Universitäten aus?

Müller-Steinhagen: Aufgrund der demographischen Entwicklung hat die Anzahl der Abiturienten in Sachsen deutlich abgenommen. Trotzdem teile ich die Prognosen der Politik nicht, nach denen die Zahl unserer Studierenden entsprechend stark sinken sollte. 
Wir haben im vergangenen Jahr die bis dahin höchste Zahl an Studienanfängern gehabt und für dieses Wintersemester 30 Prozent mehr Bewerbungen als im Vorjahr erhalten. Das liegt zum Einen an den doppelten Abiturjahrgängen in Bayern und Niedersachen und an der Aussetzung der Wehrpflicht, eine Entwicklung, die schon seit Jahren bekannt war. Diese neuen Studierenden bleiben dann im Schnitt auch 3-5 Jahre an der TU Dresden. 

Außerdem, und davon bin ich fest überzeugt, werden die Universitäten in Sachsen, und speziell die TU Dresden, auch für Studierende aus anderen Bundesländern und dem Ausland attraktiver. Dazu kommt, und das sage ich aus eigener Überzeugung als Neudresdener: Dresden ist einfach ein supertolles Umfeld, kulturell als auch von der Lebensqualität. 

WIR: Wenn man die Hochschullandschaft in Sachsen als ganzes betrachtet, auch vor dem Hintergrund der Diskussion um die Novellierung des Hochschulgesetzes - der Hochschulentwicklungsplan wird hoffentlich im 4. Quartal kommen - wird sich Sachsens Hochschullandschaft stärker differenzieren oder werden die Universitäten sich stärker entspezialisieren? 

Müller-Steinhagen: Die vier Universitäten Leipzig, Freiberg, Chemnitz und Dresden haben ja durchaus eine gewisse Nische. Freiberg ist ganz hervorragend positioniert als Bergakademie. Leipzig hat eine ganz starke geisteswissenschaftliche Ausprägung. Chemnitz als technische Universität ist sehr marktnah. 

Ich glaube jedes Bundesland sollte sich auch eine Volluniversität leisten, da sehen wir als TU Dresden unsere Rolle hier in Sachsen. Es ist wichtig, in einer Universität die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zu haben, um diese interdisziplinäre Ausrichtung und die Möglichkeiten noch zu verstärken. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht anfangen, das Ganze zu vermischen und eine Gemengenlage auf mittleren Niveau zu machen. Das Portfolio der einzelnen Einrichtungen muss beibehalten werden. 

WIR: Was bedeutet die Bewerbung aus Dresden für die anderen sächsischen Hochschulen - bedeutet das eine Abwertung zum Beispiel zu Leipzig?

Müller-Steinhagen: Nein, das ist es ja nicht. Es wird ja keine Universität erster und zweiter. Für die Studierenden ist die Qualität der Abschlüsse und die Qualität der Lehre entscheidend. Es wird einige Universitäten in Deutschland geben – diese 12 Exzellenz Universitäten – die natürlich aufgrund ihrer Vorleistung und dieser zusätzlichen Förderung im internationalen Vergleich stärker dastehen als die anderen Universitäten. Das war aber auch vorher schon der Fall. Ganz ehrlich, wir brauchen uns hier nichts vormachen: Dass eine TU München auch schon vor der Exzellenz Initiative eine höhere Leistungsfähigkeit und Reputation hatte als irgendeine andere kleine Universität, das war ja schon immer so und wird auch so bleiben. Ich glaube nicht, dass die nichterfolgreichen Universitäten darunter leiden werden. Es wird nur so sein, dass eine Anzahl von Universitäten einfach mehr haben wird und auch attraktiver für Studierende aus dem Ausland sein wird.

WIR: Dieses Zusammenspiel und auch das Gegeneinander der Universitäten in Sachsen, wird das in der Zukunft eher von Kooperation oder Konkurrenz geprägt sein?

Müller-Steinhagen: Es wird immer eine Mischung sein. Nicht nur innerhalb von Sachsen. 45 Prozent unserer Mittel und Projekte stehen im Wettbewerb nicht mit Leipzig oder Chemnitz, sondern mit anderen Universitäten in Deutschland und Europa. Wir bekommen auch Mittel aus den USA und Australien. Ich glaube, dass wir zukünftig immer mehr in einem Wettbewerb um Mittel sein werden. Aber auf einem großen Level, also national und zunehmend auch international. Wir haben eine globalisierte Welt, in der ein deutscher Bundesstaat ehrlich gesagt nur ein ganz kleiner Punkt ist. Unser Wettbewerb ist woanders. Ich sehe Leipzig, Chemnitz und Freiberg sicherlich nicht als unsere Hauptwettbewerber. Wir versuchen eher, zusammenzuarbeiten. 

WIR: Wer sind die Hauptwettbewerber?

Müller-Steinhagen: In Deutschland sind das Universitäten wie Aachen, Karlsruhe, Stuttgart oder München. Wenn Sie weiterweggehen, denke ich durchaus an Manchester oder Sidney oder Singapur. Amerikanische Universitäten. Wir sind da anders aufgestellt. Wir müssen in Sachsen schauen, wie wir die limitierten Ressourcen besser nutzen, die ja nicht mehr werden, wir leben ja jetzt auch nicht auf dem Elfenbeinturm. Wir wissen ja auch, wie die erwartete Entwicklung des Steuereinkommens ist. Wir müssen schauen, wie wir gemeinsam Synergien nutzen. 

WIR: Eine letzte Frage: Wie entwickelt sich die Hochschullandschaft insgesamt, sagen wir mal bis 2050? 

Müller-Steinhagen: Ganz generell wird das sogenannte lebenslange Lernen ein zunehmend wichtiges Thema. Die Wissenszyklen sind so schnell in der Zwischenzeit, und auch die beruflichen Veränderungen sind heutzutage sehr schnell. Ich kann nicht mehr einfach sagen: Ich komme mit 24 Jahren aus dem Studium raus und danach muss ich nichts mehr lernen, weil das Wissen, das ich da generiert habe, die nächsten 40 Jahre reicht. Das heißt: kontinuierliche Weiterbildung, auch formalisierte Weiterbildung wird eine wesentliche Aufgabe der Universitäten sein. Darauf muss man sich in Zukunft deutlicher ausrichten. Das Land muss sich auch überlegen, wie man dieses Thema angeht. Es sind auch die vorhandenen Arbeitskräfte, die hier sind, die man kontinuierlich weiterbilden muss. 

Wir werden speziell in Dresden zwischen den außeruniversitären Forschungsstellen noch stärker zusammenwachsen, was die Nutzung von Personalinfrastruktur angeht, als dass sowieso schon der Fall ist. Die Grenzen werden noch stärker verschwinden. Wobei es trotzdem wichtig ist, und das ist unser spannendes Konzept, dass jede dieser einzelnen Forschungseinrichtungen trotzdem ihr spezifisches Profil behält. 
Wir wollen nicht wie Karlsruhe das Forschungszentrum und die Uni total mischen, unter einem Präsidenten, mit einer Struktur. Das macht das Ganze sehr kompliziert, um es einfach zu sagen. Wir wollen die Universität in einer viel freieren Art der Forschung. Aber trotzdem werden wir viel stärker zusammenwachsen. Das ist ein wichtiger Weg. 

Das Lernen wird sich mit zunehmender Kommunikationstechnologie auch ändern. Es wird auch virtuelles Lernen geben. Die Möglichkeiten, virtuelle Experimente durchzuführen, wird größer werden. Wir müssen weg von diesen Massenvorlesungen, weil das einfach kein effizientes Lernen ist. Da kann man nicht mehr von Lehre reden. Wir werden Technologien entwickeln, die uns ermöglichen, trotz der großen Zahlen individuell auf einzelne Studierende eingehen zu können. 

Die Idee, in Deutschland selektiv einige Universitäten als „Bundesuniversitäten“ mit Landes- und Bundesmitteln zu fördern, finde ich zielführend, um dort nachhaltig eine Infrastruktur von Weltklasse zu ermöglichen Ganz persönlich - und ohne Abstimmung mit dem Rektoratskollegium und der Landesregierung - bin Meinung, es für die TU Dresden anstrebenswert ist, eine dieser Bundesuniversitäten zu werden.