3 Fragen an Markus Ulbig

Hat Sachsen mittlerweile die Asylkrise überstanden?

Es kamen ab Mitte 2015 über Monate immer mehr Asylbewerber in die Bundesrepublik Deutschland. Anfang des vergangenen Jahres hätte ich nie mit diesen Dimensionen gerechnet. Die Situation hat uns alle stark gefordert. Doch wir haben jedem Flüchtling ein Dach über dem Kopf geboten. Mein Dank gilt dem DRK und dem THW mit ihren vielen Ehrenamtlichen für ihre großartige Unterstützung. Momentan ist die Lage entspannter, wir fahren weiter ‚auf Sicht‘. Die Entwicklung der weiteren Zugangszahlen ist mit großen Unsicherheiten verbunden, wie beispielsweise die aktuelle Situation in der Türkei verdeutlicht.

Was passiert nun mit den Flüchtlingseinrichtungen im Freistaat?

Wir hatten zwischenzeitlich fast 50 Erstaufnahmeeinrichtungen mit knapp 20.000 Plätzen. Mittlerweile haben wir unser Unterbringungskonzept angepasst. Zelte, Turnhallen oder Baumärkte sind nun keine Unterkünfte mehr. Eine gewisse Anzahl an Einrichtungen behalten wir im Standby-Betrieb, um sie bei Bedarf wieder nutzen zu können. Im Herbst überprüfen wir unser Konzept erneut.

Was haben wir aus der Flüchtlingssituation gelernt?

Sachsen hat eine ausgezeichnet funktionierende Verwaltung, die auch in herausfordernden Zeiten effektiv und strukturiert arbeitet. Mit der Einrichtung der Stabsstelle Asyl im Innenministerium und dem Ausbau der Zentralen Ausländerbehörde in der Landesdirektion Sachsen haben wir die Kommunikation und die Organisation weiter optimiert. Jetzt geht es darum, dass die Menschen schnell die deutsche Sprache erlernen, in Arbeit kommen und sich hier integrieren.

Ihr Feedback ist uns wichtig!
Fanden Sie den Artikel interessant?