Schlaues Sachsen

Deutschlands bestes Bildungssystem

Zum zehnten Mal in Folge belegt Sachsen den 1. Platz im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Dass wir weiter an der Spitze bleiben, ist Ziel unserer Bildungspolitik.

Das sächsische Bildungssystem ist spitze. Das bestätigte zuletzt der Bildungsmonitor im Jahr 2016, der anhand von zwölf Handlungsfeldern und 93 Indikatoren die Bildungssysteme der Bundesländer miteinander vergleicht.

Besonders stark ist das sächsische Bildungssystem hinsichtlich der Förderinfrastruktur, der Schulqualität und in der Verhinderung von Bildungsarmut.

Aktuell kann der Freistaat die höchste Quote der ganztags betreuten Schüler aufweisen. Die guten Förderbedingungen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe unterstützt das Ziel, Bildungsarmut zu vermeiden. Bei dem erhobenen Lernstand der Schüler wurde in Sachsen die niedrigste Risikogruppe aller Bundesländer erreicht. In Sachsen entscheidet damit die soziale Herkunft der Schüler am wenigsten über den Bildungserfolg.

Dieser Erfolg unserer Bildungspolitik der letzten zwei Jahrzehnte gibt uns jedoch keinen Anlass, uns darauf auszuruhen. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte weiter fortführen und lassen uns Bildung aus diesem Grund etwas kosten. Vom Kindergarten über die allgemeinbildende Schule bis hin zu den Berufsschulen: Circa 3,5 Milliarden Euro investiert der Freistaat jedes Jahr in Sachsens kluge Köpfe. Das ist so viel wie nie zuvor.

Gute Lehrer für Sachsen

Mindestens 6.100 neue Lehrer werden bis zum Jahr 2019 in Sachsen eingestellt. Damit halten wir das Lehrer-Schüler-Verhältnis bei steigenden Schülerzahlen.

Wir stehen vor der Aufgabe, den enormen Generationenwechsel in den sächsischen Lehrerzimmern zu vollziehen. Durch bedarfsgerechte Neueinstellungen soll weiterhin ein guter Unterricht garantiert werden.

Die Unterrichtsversorgung hat Priorität
Um den Unterricht zu sichern und den wieder steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden, stellt der Freistaat auch mehr Lehrer ein. Bis zum Ende der Legislaturperiode wird jeder ausscheidende Lehrer ersetzt. Zusätzlich werden bis zu 1.000 weitere Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt. Mit der Ausweitung der Lehramtsausbildung hat der Freistaat die Voraussetzungen geschaffen, um den benötigten Lehrernachwuchs auszubilden. Im Rahmen von Sonderzielvereinbarungen mit den Hochschulen und der «Informationsoffensive Lehrer werden in Sachsen» sorgen wir künftig für ausreichend Nachwuchs. Öffentliche wie freie Schulen in Sachsen werden davon profitieren.

Seiteneinsteiger: Notwendigkeit und Chance
Bis dem sächsischen Lehrerarbeitsmarkt wieder mehr Absolventen zur Verfügung stehen, sind wir auf den Einsatz von Seiteneinsteigern angewiesen. Bevor sie zum ersten Mal vor der Klasse stehen, erhalten sie eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung, um sie für den Unterricht fit zu machen. Dann können sie aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung eine Bereicherung für jede Schule sein. Uns ist wichtig, den Seiteneinsteigern durch ein berufsbegleitendes Studium einen Abschluss zu ermöglichen, der sie mit vollständig ausgebildeten Lehrern gleichstellt. Damit haben sie eine langfristige Perspektive im sächsischen Schuldienst.

Leistungen unserer Lehrer anerkennen
Wir haben Wort gehalten: Alle mit den Gewerkschaften im Herbst 2013 vereinbarten Höhergruppierungen von Lehrkräften wurden umgesetzt. Grundschullehrer, die eine Ausbildung als Freundschaftspionierleiter oder Erzieher mit einem Fach haben, konnten sich einem Feststellungsverfahren unterziehen um die gleiche Vergütung wie ihre Kollegen zu erhalten. Förderschullehrer, die eine vollständige Ausbildung nach DDR-Recht erhalten haben, wurden zum 1. Februar 2015 höhergruppiert. Mit dem im Oktober 2016 beschlossenen Maßnahmenpaket erhalten auch Lehrer an Oberschulen mehr Geld. Ältere Lehrkräfte bekommen zukünftig eine weitere Anrechnungsstunde, um sie zu entlasten. Damit erkennen wir die Leistung der seit Jahren im Beruf stehenden Kollegen an.

Freie Schulen sind gleichwertige Partner

Schulen in freier Trägerschaft gestalten gemeinsam mit den öffentlichen Schulen das erfolgreiche sächsische Schulsystem. Wir werden weiterhin ihre Interessen vertreten und sie dabei finanziell unterstützen.

Schulen in freier Trägerschaft sind gleichberechtigte Adressaten unserer Bildungslandschaft. So sieht es auch die Sächsische Verfassung vor. Wenn Eltern und Kinder eine spezielle schulische Ausbildung für ihre Kinder wünschen, dann können Schulen in freier Trägerschaft mit ihren Angeboten diesem gerecht werden. Freie Schulen bieten interessante pädagogische Konzepte, die mitunter auch im öffentlichen Schulsystem aufgegriffen werden. Insofern leisten sie einen wichtigen Beitrag zur schulischen Qualitätsentwicklung.

Seit Beginn der 1990er Jahre verstehen wir uns als Interessensvertreter der freien Schulen und haben deren Einrichtung und Förderung unterstützt. Dies wird auch in Zukunft ein Element unserer Schulpolitik sein. Wir haben mit dem neuen Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft dafür gesorgt, dass freie Schulen ihr schulisches Kernangebot ohne die Erhebung von Schulgeld anbieten können. Darüber hinaus gehende Leistungen zur Umsetzung eines besonderen pädagogischen Konzepts, wie beispielsweise der Einsatz von Zweitlehrern oder Klassen unter dem Richtwert, werden auch weiterhin durch die Schule und die Eltern zu finanzieren sein. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den öffentlichen Schulen, die diese Möglichkeiten und Freiheiten nicht haben.

Mit dem neuen Gesetz wird die Finanzierung transparent und nachvollziehbar dargestellt. Damit wird ein weiterer wichtiger Punkt des Urteils des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs erfüllt. Die freien Schulen erhalten im derzeitigen Doppelhaushalt 2017/2018 fast 700 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen aus dem Landeshaushalt. Das ist eine Steigerung um mehr als ein Drittel im Vergleich zu der Zeit vor der Gesetzesänderung.

Mehr Zeit für unsere Kleinsten

Durch die Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Kindertagesstätten können sich die Erzieherinnen und Erzieher stärker als bisher den Kindern widmen. Die Kosten dafür trägt der Freistaat. 

Kinder sind Forscher, Beobachter, Zuhörer, Nachahmer und Denker. Um ihre Fähigkeiten und Neigungen zu entwickeln, brauchen Kinder Zeit. Diese Zeit erhalten sie in erster Linie in ihrer Familie, denn sie sind das wichtigste Lebensumfeld für jüngere Kinder. Aber auch Kindertagesstätten haben den Auftrag, die Entwicklung des Kindes zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. Diese Aufgabe schließt neben der Betreuung insbesondere auch die Erziehung und Bildung von Kindern ein.

In unseren Kindertagesstätten erhalten die Erzieherinnen und Erzieher dafür zukünftig mehr Zeit. Der Betreuungsschlüssel wird schrittweise von 1:13 auf 1:12 im Kindergarten und 1:6 auf 1:5 in der Kinderkrippe abgesenkt. Dafür wird der Zuschuss des Landes an die Kommunen von derzeit 2.010 Euro pro betreutes Kind auf 2.455 Euro im Jahr 2018 erhöht. Insgesamt gibt der Freistaat dann mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen aus. Die Kosten dieser Personalschlüsselverbesserung trägt damit allein der Freistaat, die Eltern werden nicht zusätzlich belastet.

Gut gerüstet für die Zukunft

Mit klugen Konzepten reagiert der Freistaat auf schulische Herausforderungen. Die Gestaltung der digitalen Bildung und die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention sind Schwerpunkte. 

Digitale Entwicklung an den Schulen fördern
Mit dem neuen Schulgesetz sind wichtige Impulse für die digitale Bildung gesetzt worden. So ist beispielsweise die kritische und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit Medien Teil eines modernen Erziehungs- und Bildungsauftrags. Auch Konzepte zum E-Learning an allen Schularten haben jetzt eine rechtliche Grundlage. Digitale Bildung ist jedoch weit mehr als die Ausstattung der Schulen mit mobilen Endgeräten und schnellen WLAN. Wen wir unsere Schulen fit machen wollen, brauchen wir gute pädagogische Konzepte, passende Lehr- und Lernmaterialien und Lehrkräfte, die gern und kompetent damit umgehen. Mit der Erarbeitung einer Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“, die bis Ende des Schuljahres 2016/2017 vorliegen soll, gehen wir wichtige Schritte in einem Prozess, der uns noch einige Jahre begleiten wird.

Inklusion schrittweise und mit Augenmaß voranbringen
Inklusion in der Schule umzusetzen, also einen gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern in einer Schule zu ermöglichen, ist eine bedeutende Aufgabe. Sachsen geht diesen Weg konsequent, aber ohne überhastet zu agieren. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der integrativ beschulten Schüler vervierfacht und liegt mittlerweile im bundesdeutschen Durchschnitt. Wir bekennen uns gleichzeitig zu unseren Förderschulen, denn jeder Schüler soll die für ihn bestmögliche Förderung erfahren und des höchstmöglichen Abschluss erreichen. Mit einem Aktions- und Maßnahmenplan sowie der Erprobung von inklusiver Schule in einem Schulversuch sind wir konzeptionell gut gerüstet. Mit der Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes haben wir die rechtlichen Grundlagen geschaffen. Um die Lehrkräfte zu entlasten, arbeiten seit dem Schuljahr 2016/2017über 170 Inklusionsassistenten an den Schulen.