Sachsens Jäger und Angler – Partner im Natur- und Artenschutz

Jagen ist aktiver Natur- und Artenschutz

Die Jagd ist Kulturgut. Sie steht für nachhaltige Nutzung nachwachsender Ressourcen, bedeutet Verantwortung für Flora und Fauna und steht im Zeichen von Naturverbundenheit und Umweltbewusstsein.

Der Freistaat Sachsen besitzt eine bejagbare Fläche von insgesamt 1.564.758 Hektar. Rund zwölf Prozent dieser Fläche sind als mindestens 75 Hektar große Eigenjagdbezirke im Eigentum von Privaten, Kommunen und der Kirche. Annähernd ebenso viele Verwaltungsjagdbezirke befinden sich im Eigentum des Freistaates. Drei Viertel der bejagbaren Flächen machen gemeinschaftliche Jagdbezirke aus, die sich in der Regel innerhalb einer Gemeinde befinden. Knapp 11.000 Sachsen sind im Besitz eines gültigen Jagdscheines.

Die moderne Jagdausübung bringt in der heutigen Zeit zahlreiche wichtige Leistungen für die Gesellschaft. Dazu zählen der Artenschutz, das Wildschadensmanagement sowie das Monitoring hinsichtlich Wildkrankheiten und Wildseuchen. All diese Leistungen sind gleichwertig und sichern einen gesunden Tierbestand in Sachsens Wäldern. Sie befördern außerdem die Biodiversität und gewährleisten eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Land- und Forstwirtschaft.

Darüber hinaus gehören zur Jagd die traditionellen Aufgaben wie Nahrungsgewinnung, sinnvolle Freizeitgestaltung und Brauchtumspflege. Selbst wenn diese Aufgaben in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund gerückt sind, sollen sie weiterhin fester Bestandteil eines modernen und zukunftsfähigen Jagdwesens im Freistaat sein.

Wir sind der Auffassung, dass der Ausgleich der unterschiedlichen Interessen im Wald und Flur so erfolgen muss. Eine tier- und artenschutzgerechte Hege und Pflege unter Wahrung der Interessen von Eigentümern und Nutzern der jagdlich bewirtschafteten Flächen wird somit gewährleistet. Die Wildpopulation muss die Gründung und Entwicklung standortgerechter und leistungsfähiger Wälder ermöglichen und darf die Grenzen Wildschäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen, die ersetzt werden müssen, nicht überschreiten. Grundlage dafür ist unter anderem das Wildtiermonitoring. Mit der Neuregelung des Sächsischen Jagdrechts 2012 sind die sogenannten Jagdausübungsberechtigten verpflichtet, bei der systematischen Beobachtung, Erfassung und Überwachung bestimmter Wildarten mitzuwirken.

Ziel ist es, flächendeckende Informationen über bestimmte Wildarten zu bekommen. Dadurch können Aussagen zum Vorkommen von Wildarten, zur Höhe und Verbreitung von Wildbeständen sowie zu deren Entwicklung getroffen werden.

Fischerei ist gelebte Gewässerpflege

Aufgabe der Angler ist es, das Leben in Sachsens Gewässern zu hegen und zu pflegen. Einen artenreichen Fischbestand aufzubauen und zu erhalten, bleibt neben der Angelfischerei das oberste Ziel.

Die Angelfischerei ist ein bedeutsamer volkswirtschaftlicher Faktor, sie beschäftigt eine weit verzweigte Ausrüstungs- und Freizeitindustrie: Sie erreicht vom Gesamtfang her in etwa die Größenordnung der kommerziellen Binnenfischerei. Jahr für Jahr werden seitens der nichtberufsmäßigen Fischerei Millionenbeträge etwa für Maßnahmen der Gewässerpflege und -verbesserung oder den Fischartenschutz ausgegeben.

Angelfischerei und Naturschutz sind keine Gegensätze

Die Bedeutung der Angelfischerei lässt sich allerdings nicht nur in Zahlen messen: Angeln bedeutet für Menschen eine naturnahe Freizeitbeschäftigung, die Zufriedenheit, Entspannung und einen Ausgleich zum beruflichen Alltag bietet. Angeln bedeutet für viele Menschen Lebensfreude. Besonders Kindern und Jugendlich vermittelt diese Leidenschaft ein reales Naturverständnis im und am Wasser.

Die Angler sind bereits durch die gesetzliche Hegepflicht zur Schaffung und Pflege eines dem jeweiligen Gewässer entsprechenden Fischbestandes verpflichtet. Über diese gesetzliche Pflicht hinaus leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz – zum Beispiel durch die erfolgreiche Wiederansiedlung selten gewordener Fischarten und die sachkundige Schaffung und Unterhaltung von Feuchtbiotopen. Auch die ständige Kontrolle durch Tausende von ehrenamtlichen Fischereiaufsehern ist für die Gewässerreinhaltung, den Fischartenschutz und den Tierschutz höher zu schätzen als die Tätigkeit staatlicher Aufsichtsorgane. Dies alles geschieht freiwillig und auf eigene Kosten.

Alle Voraussetzungen zum Angeln in Sachsen hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft zusammengestellt.