Land- und Forstwirtschaft in Sachsen – wirtschaftliche Basis des ländlichen Raumes

Sachsens Landwirtschaft: Mehr als nur Säen und Ernten

Nahrungsmittelversorgung, Arbeitsplätze und Umweltschutz – Sachsen steht für eine moderne und an den Prinzipien von Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz orientierte Landwirtschaftspolitik.

Sachsen verfügt über eine große organisatorische Vielfalt an landwirtschaftlichen Unternehmen – egal ob Familien-, landwirtschaftlicher Großbetrieb oder Bio-Bauernhof. Insgesamt bewirtschafteten über 5.500 Unternehmen, davon 415 Ökobetriebe, mit etwa 36.000 Arbeitskräften auf rund 900.000 Hektar Fläche. Landwirtschaft beinhaltet neben Ackerbau und Viehzucht auch die Bereiche Gartenbau, Dauerkulturen, Futterbau und Veredelung.

Landwirte sind aber nicht nur mittelständische Erzeuger von Lebensmitteln, sondern gestalten und erhalten auch Sachsens Kulturlandschaft. Sie erzeugen Bioenergie und sind als Dienstleister der Kommunen unter anderem für den Winterdienst und die Gewässerpflege tätig.

Innovation und Fortschritt in der Landbewirtschaftung haben inzwischen zu hohen Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherstandards geführt. Landwirte und Verbraucher sind an sicheren und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln interessiert. Der Verbraucher will einheimische und regionale Produkte.

Investitionen in die sächsischen Landwirtschaft tragen dazu bei, dass im ländlichen Raum Sachsens Unternehmen wirtschaftlich arbeiten können. Wir setzen uns für weitere Investitionen ein, die Unternehmen  weiter voranbringen, Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen sichern oder neu schaffen sowie die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 setzen wir vor allem den Schwerpunkt auf den Bereich der Tierhaltung, um die hohen Tierschutzstandards in Deutschland umzusetzen. Weiterhin stehen Investitionen in Gartenbaubetriebe im Mittelpunkt.

Artgerechte und wirtschaftliche Tierhaltung

In der modernen Nutztierhaltung spielen sowohl Tier-, Umwelt- als auch Verbraucherschutz eine entscheidende Rolle. Sachsens Landwirte sind sich ihrer Verantwortung gegenüber Tier und Umwelt bewusst.

Ende 2013 wurden im Freistaat über eine halbe Million Rinder, 640.000 Schweine und 76.000 Schafe gehalten. Bezogen auf Deutschland stehen in sächsischen Ställen knapp fünf Prozent der Milchkühe, zwei Prozent der Mastschweine, drei Prozent der Zuchtsauen, fast neun Prozent der Legehennen und etwa fünf Prozent des Schafbestandes. In über 300 Fischereibetrieben wurden rund 2,5 Millionen Fische erzeugt, darunter 1,9 Millionen Karpfen.

Heute gibt es im Freistaat Sachsen die modernsten Stallanlagen. Diese verknüpfen Wirtschaftlichkeit und Tierschutz in gutem Maß. Deutschland ist europaweiter Vorreiter im Bereich der tierschutzgerechten Haltung: Nirgends gibt es strengere Auflagen, die durch die Tierhalter einzuhalten sind. Dabei setzen wir uns dafür ein, dass die Vorschriften in ganz Europa gelten.

Forstwirtschaft verknüpft Ökonomie und Ökologie

Der Wald beeinflusst das Klima, bietet Erholung und liefert Holz. Wollen wir der Bedeutung des Waldes gerecht werden, müssen wir die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion gleichrangig behandeln.

Im Freistaat Sachsen beträgt die Waldfläche 524.627 Hektar – 28,4 Prozent der Landesfläche. Ziel unserer Forstpolitik ist es, den Waldanteil im Freistaat Sachsen zu erhöhen. Die häufigsten Baumarten sind Fichte und Kiefer. Insgesamt sind die Wälder zu 70 Prozent von Nadelbaumarten geprägt. Etwa 45 Prozent nehmen Privatwälder ein. 41.341 Hektar des Waldes befinden sich im Eigentum kommunaler Körperschaften, zwei Prozent sind im Besitz der Kirchen.

Die sächsische Forst- und Holzwirtschaft sichert über 26.000 Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum. Die größten Arbeitgeber sind der Staatsbetrieb Sachsenforst, größere private und kommunale Forstbetriebe und rund 200 Forstunternehmer.

Die Hauptziele unserer Forstpolitik lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Pluralität des Waldeigentums soll erhalten und gestärkt werden. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse sollen als Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer die Nachteile der ungünstigen Eigentumsstruktur des Privat- und Körperschaftswaldes durch die Zusammenarbeit vieler Waldbesitzer verbessern helfen. Hierfür soll der Freistaat Sachsen entsprechende Hilfen leisten.
  • Der Staatsbetrieb Sachsenforst soll die privaten Waldbesitzer durch Informationen, Schulungen und Anleitungen zu Fragen der Waldbewirtschaftung fortbilden. Gleichzeitig unterstützt der Staatsbetrieb Sachsenforst private Waldbesitzer bei der Organisation und Durchführung von Arbeiten in ihrem Forstbetrieb.
  • Wir schaffen die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür, dass auch zukünftig der Waldbesitzer aus seinem Eigentum Einkünfte erzielen kann. Die ordnungsgemäße Forstwirtschaft soll gezielt unterstützt werden. Dies trägt unter anderem auch der Tatsache Rechnung, dass die sächsischen Forstunternehmen ein wichtiger Arbeitgeber sind.
  • Der sächsische Wald soll gesund, stabil und leistungsfähig sein. Waldumbau zur Resistenz gegenüber von Schädlingen und Trockenperioden, die Kontrolle der Wildstrecken, sowie die Erhöhung des Waldanteils stehen im Mittelpunkt unserer Anstrengungen.