Wirtschaftsstandort Sachsen

Unternehmen bei ihrer Entwicklung begleiten

Sachsens Unternehmen haben sich gut entwickelt. Gesunder Wachstum, neue Exportmärkte, Neuansiedlungen sowie die Nachfolge in den Chefetagen sind ihre zukünftigen Herausforderungen.

Sachsens Wirtschaft hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten dynamisch entwickelt und den Krisen getrotzt. Viele mittelständische Unternehmen im Freistaat gehören in ihren Bereichen zu den Weltmarktführern und genießen international hohes Ansehen.

Dennoch gehört die Wirtschaftskraft und die Eigenkapitalausstattung der sächsischen Unternehmen noch nicht zu den höchsten in Deutschland. So liegt der Freistaat in der Produktivität noch hinter den süddeutschen Flächenländern zurück. Zudem wird durch den demografischen Wandel der Fachkräftemangel in Sachsen sichtbar.

Deshalb müssen wir auch in Zukunft die Unternehmen in Sachsen unterstützen, um sowohl die Wirtschaftskraft der Unternehmen wie auch die Kaufkraft der Menschen zu stärken. Folgende Schwerpunkte sind deshalb in unserer Wirtschaftspolitik bedeutsam:

Investitionsförderung

Unser Ziel ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich starke mittelständischer Unternehmen am Markt behaupten und selbst in der Lage sind, Forschung und Entwicklung zu betreiben. Unsere Aufgabe wird es auch in den kommenden Jahren sein, die Wirtschaftsförderung auf Größenwachstum und Standortentwicklung auszurichten. Neben dem verstärkten Einsatz von Fonds als Instrument der Investitionsförderung müssen wir auch klassische Investitionszuschüsse im ausgewogenen Verhältnis bereitstellen.

Neugründungen von Unternehmen

Wir wollen auch weiterhin die Neugründungen von Unternehmen in Sachsen fördern. Speziell in der Gründungs- und Wachstumsphase soll der Freistaat mit Bürgschaften und Beteiligungen sichern.

Nachfolge in Unternehmen

Eine wichtige Aufgabe wird sein, den Fortbestand bestehender Unternehmen zu sichern. Junge und gutausgebildete Menschen müssen ermutigt werden, den Weg zum Unternehmer zu wagen und so der Gründergeneration nachzufolgen, die seit der Friedlichen Revolution im Freistaat Großes geleistet hat.

Um diesen Prozess zu fördern, werden wir die Beratungs- und Unterstützungsinstrumente gemeinsam mit Kammern und Verbänden weiter schärfen und Unternehmensübergaben wie Neugründungen fördern und begleiten.

Auf Bundesebene setzen wir uns nachhaltig dafür ein, dass das steuerliche und finanzielle Umfeld für Unternehmensübernahmen und deren erfolgreiche Weiterentwicklung verbessert werden. Es muss auch in Zukunft ein erstrebenswertes Ziel für junge Menschen sein, in Sachsen Unternehmer zu sein oder zu werden.

Bessere Erschließung von Exportmärkten

 Der Freistaat muss die Unternehmen, den Mittelstand und das Handwerk dabei unterstützen, sich auch auf ausländischen Märkten etablieren zu können. Wichtig ist dabei die Konzentration auf Auslandsmärkte, die über hohes und stabiles Wachstum verfügen oder zu den traditionellen Exportziele Sachsens gehören. Neben den osteuropäischen Staaten sehen wir Indien, Vietnam, China und die USA zu den stärksten Partnern künftiger Wirtschaftsbeziehungen.

Ansiedlungen im ländlichen Raum

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müssen die ländlichen Räume im Freistaat besonders beachtet werden: Neben Tourismus-, Land- und Forstwirtschaft sollten auch berufliche Perspektiven im Industrie- und Dienstleistungsgewerbe in Sachsens ländlichen Regionen weiterhin existieren. Aus diesem Grund unterstützen wir verstärkt die Ansiedlung höherer Bildungseinrichtungen sowie von Forschungs- und Technologiezentren.

Dem Fachkräftemangel entgegen treten

Künftige Schlüsselressource für den ökonomischen Erfolg sind Fachkräfte. Aufgrund des demografischen Wandels müssen wir dafür sorgen, dass ausreichend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Im Juli 2014 waren 8,5 Prozent der Sachsen arbeitslos. Das ist die niedrigste Arbeitslosenquote im Freistaat seit der Friedlichen Revolution. Die Zahl ist ein Beweis dafür, dass es mit Sachsens Wirtschaftskraft voran geht.

Inzwischen zeichnet sich aber ein Fachkräftemangel ab. Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen suchen nach geeigneten Bewerbern für unbesetzte Stellen. Diese Entwicklung ist unter anderem durch den demografischen Wandel und der Abwanderung in der Nachwendezeit – ein Prozess, der sich glücklicherweise mittlerweile wieder umgekehrt hat – geschuldet.

Ohne das geeignete Personal sind Unternehmen in ihrem Wirtschaftswachstum gehemmt. Das wiederum gefährdet den wirtschaftlichen Aufschwung in Sachsen. Mit diesen Maßnahmen wollen wir dem Fachkräftemangel entgegentreten:

Fachkräftestrategie fortschreiben

Um auch in Zukunft über ausreichend Fachkräfte zu verfügen, werden wir die «Fachkräftestrategie Sachsen 2020» der Staatsregierung fortschreiben. Insbesondere Frauen wollen arbeiten – und länger arbeiten. Durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann uns das gelingen. Auch die Zahl älterer Arbeitnehmer wollen wir erhöhen. Freiwillige Vereinbarungen der Sozialpartner und des Freistaates werden wir fortführen.

Fachkräfte im ländlichen Raum

Um den Fachkräftebedarf auch im ländlichen Raum sicherzustellen, soll bei der Berufs- und Studienorientierung gezielt über Unternehmen der Region informiert werden. Eine Fachkräftekampagne der Sozialpartner und des Freistaates für den ländlichen Raum ist neben der Fortführung der Berufs- und Studienorientierung ein wichtiges Instrument, das wir auf unsere wirtschaftspolitische Agenda gesetzt haben.

Gute Ausbildung gewährleisten

Wir setzen uns dafür ein, die Schulnetzplanung für Berufsschulen mit Fachklassenstandorte gemeinsam mit der kommunalen Ebene stärker als bisher durch den Freistaat zu koordinieren. Dadurch wollen wir eine stabile flächendeckende Berufsschulausbildung vor allem im ländlichen Raum sicherstellen.

Von der Erfahrung älterer Arbeitnehmer profitieren

Es sollen Möglichkeiten durch die Wirtschaft geschaffen werden, um ältere Arbeitnehmer mit ihrem Wissen länger im Unternehmen zu halten – besonders im produzierenden Gewerbe. Arbeitszeitmodelle, individuelle Ausstiegsszenarien und gezielt zu organisierende Arbeitsstrukturen sollen es möglich machen, auch Arbeitnehmer über 60 Jahre in den Betrieben zu halten. Damit können diese jungen Arbeitnehmern Wissen weitergeben und müssen nicht mit persönlichen Einbußen in den Ruhestand gehen.

Perspektivlosen eine Perspektive geben

Wir wollen auch die in den Arbeitsmarkt integrieren, die bisher noch nicht von dessen positiver Entwicklung profitieren konnten. Insbesondere Langzeitarbeitslose, arbeitslose Jugendliche ohne Qualifizierung und Geringqualifizierte sollen gezielt gefördert werden. Denn auf ihre Arbeitskraft kann die sächsische Wirtschaft in Zukunft nicht verzichten.

Qualifizierungsangebote unterstützen

Mit Angeboten zur persönlichen Qualifizierung sollen auch Arbeitnehmer in bestehenden Arbeitsverhältnissen animiert werden, am Ball zu bleiben.
Der «Weiterbildungscheck Sachsen» soll weiterhin als Angebot für individuelle Qualifizierungsmaßnahmen fortgesetzt werden. Neben den betrieblichen Qualifizierungen ermöglicht dieser Arbeitnehmern, ihre Arbeitsmarktchancen gezielt und unabhängig von ihrer Beschäftigung zu verbessern.

Unternehmen nicht belasten, sondern entlasten

Ohne funktionierende Wirtschaft mit starken Unternehmen schwinden Arbeitsplätze und Wohlstand. Wir stehen dafür ein, sächsische Unternehmen nicht übermäßig durch staatliche Vorgaben zu belasten.

Unternehmen fördern Innovationen, gesellschaftliche Entwicklungen, sind ein Orte sozialer Kontakte und der Motor für unseren Wohlstand.

Unternehmen haben gesetzliche Regeln einzuhalten – allerdings muss maßvoll mit den Regulierungen umgegangen werden: Unverhältnismäßige Eingriffe des Staates hemmen jeden Aufschwung, jede neue Idee und führen zur wirtschaftlichen Stagnation oder sogar zu einer rückläufigen Wirtschaftsleistung.

Wir werden deshalb dafür Sorge tragen, dass der Wirtschaftsstandort Sachsen auch weiterhin attraktiv für Unternehmen bleibt. Im nationalen und europäischen Kontext muss es uns gelingen, Unternehmen nachhaltig von Bürokratie und Wettbewerbsnachteilen durch zusätzliche Kosten zu entlasten:

EU-Vorgaben

Rechtliche Vorgaben der Europäischen Union sind stringent umzusetzen und nicht durch zusätzliche nationale oder landesrechtliche Vorgaben zu verschärfen. Insbesondere Förderprogramme wollen wir so vereinfachen und vereinheitlichen, dass die Verfahren beschleunigt werden können.

Unnötige Statistikpflichten aufheben

Wir werden uns dafür einsetzen, Berichts- und Statistikpflichten für Unternehmen zu reduzieren und Doppelstatistiken zu vermeiden. Hierzu werden wir uns für eine Initiative auf Bundesebene stark machen.

Belastungen durch Energiekosten vermeiden

Die zunehmende Belastung der Unternehmen durch Energiekosten gilt es zu begrenzen und zukunftsfähig zu gestalten. Im internationalen Wettbewerb stehende, energieintensive Unternehmen müssen wir auch weiterhin entlasten, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Keine Erhebung zusätzlicher Beiträge

Weitere Belastungen wie Steuererhöhungen und Anhebungen der Sozialversicherungsbeträge auf Bundesebene müssen wir verhindern. Gleichzeitig wollen wir dafür Sorge tragen, dass Unternehmen im internationalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden. Die Rücknahme der Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge stellt für uns einen solchen Schritt dar.

Den technologischen Fortschritt anführen

Wer an der Spitze des Fortschritts steht und Innovationen hervorbringt, gehört zu den Siegern von morgen. Wir wollen sächsische Unternehmen dabei unterstützen, auf der Gewinnerseite zu stehen.

Sachsen ist das Land der Tüftler und Denker. Viele Angestellte in den Unternehmen und Wissenschaftler in den Forschungseinrichtungen des Freistaates haben grandiose Ideen, die unser Leben und das sächsischen Wirtschaftswachstum zum Positiven verändern können. Mit verschiedenen Maßnahmen wollen wir die Umsetzung neuer Konzepte fördern und so den technologischen Fortschritt in Sachsen sichern.

Innovationsfähigkeit fördern

Neben der klassischen Investitionsförderung gilt es das Innovationsverhalten sächsischer Unternehmen anzureizen. Dank der Europäischen Union und des Bundes verfügt der Freistaat Sachsen über vielfältige Förderprogramme und nicht unerhebliche Finanzmittel. Es gilt, diese Programme verstärkt auf industrienahe Forschung sowohl in einzelnen Betrieben als auch Verbünden zu konzentrieren. Der «Innovationsgutschein» der Sächsischen Aufbaubank war ein erster Schritt zur praxisgerechten Vergabe staatlicher Hilfe für Innovationsprojekte.

Diesem Beispiel müssen auch die klassischen Förderprogramme folgen: Einfache Beantragung, zügige Bewilligung und unkomplizierte, dem Risiko von Forschung und Innovation Rechnung tragende, Abrechnung sind Voraussetzung für den Erfolg.

Gemeinsam stärker: Technologietransfer intensivieren

Sächsische Unternehmen sind innovativ und auch die Forschungseinrichtungen im Freistaat verfügen über unzählige Projekte unterschiedlicher Entwicklungsstände. Diese Projekte sind darauf ausgerichtet, in Produkten und Prozessen umgesetzt zu werden.

Durch einen klar definierten und möglichst unkomplizierten Prozess des Technologietransfers muss es gelingen, dieses Wissen und die unternehmerischen Kompetenzen zu verbinden, um Marktvorteile zu sichern und zum Wachstum der Firmen gezielt beizutragen. In diesen Prozess wollen wir die Branchennetzwerke sowie die Technologiezentren umfassend integrieren.

Technologieförderung als Ganzes betrachten

Wichtig ist, über die Technologieförderung hinaus, die gesamte Innovationsförderung in Sachsen als Gesamtstrategie zu betrachten: Damit kommen wir unserem Ziel, Sachsen zu einer der wissenschaftlich und wirtschaftlich führenden Regionen Europas zu entwickeln, deutlich näher. Deshalb werden wir die uneingeschränkte Technologieoffenheit der sächsischen Förderprogramme sicherstellen.