Rede des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler MdL
1.Sitzung (konstituierende) des 5.Sächsischen Landtages am 29.09.2009 Wahl des Präsidenten (TOP 2)
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
gleich zu Beginn geht mein Dank an die Alterspräsidentin des 5. Sächsischen Landtags.
Sie hat ihren von unserer Landesverfassung erteilten Auftrag erfüllt und die konstituierende Sitzung dieses Hohen Hauses bis zu diesem Augenblick geleitet.
Ich darf nochmals, auch im Namen der hier Versammelten, unseren Dank aussprechen.
Mit der Konstituierung des 5. Sächsischen Landtags geht auch die Amtszeit meines verehrten Vorgängers Erich Iltgen zu Ende.
Er war 1989/1990 unser Moderator am Runden Tisch, hat das Sächsische Forum als Vorläufer dieses Hohen Hauses aus der Taufe gehoben und die Neubildung des Freistaates Sachsen am 3. Oktober 1990 auf der Meißner Albrechtsburg maßgeblich initiiert.
Unser erster und in Deutschland am längsten amtierender Landtagspräsident hat die aus der Friedlichen Revolution wiedererstandene Demokratie maßgeblich geprägt.
Wir werden seine Verdienste auf einem Festakt am Freitag, zu dem Sie alle herzlich eingeladen sind, umfassend würdigen.
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,sehr geehrte Damen und Herren,
als Vertreter der Partei Demokratischer Aufbruch am Runden Tisch und im Koordinierungsausschuss zur Bildung des Landes Sachsen durfte ich damals zusammen mit Erich Iltgen in dieser historisch einmaligen Situation aktiv Politik gestalten. Das erste Mal in meinem Leben…
Der Friedlichen Revolution, den mutigen Demonstranten von 1989, verdanken wir die erste erfolgreiche demokratische Revolution in unserer schwierigen deutschen Geschichte und die Vereinigung unseres Vaterlandes.
Ohne diese Friedliche Revolution könnten wir diesen Landtag nicht konstituieren, hätten wir keinen Freistaat Sachsen.
Daran sollten wir uns gerade heute erinnern.
Ich danke Ihnen, lieber Erich Iltgen, im Namen der Abgeordneten des Sächsischen Landtags für alles, was Sie in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten für die parlamentarische Demokratie in Sachsen und das Ansehen unseres Landesparlamentes in Deutschland und darüber hinaus geleistet haben.
Für den weiteren Lebensweg wünsche ich alles Gute, Gesundheit, Freude und Gottes Segen.
Diese guten Wünsche gelten gleichermaßen für die Kollegen, die dem Hohen Haus in der neuen Legislaturperiode nicht mehr angehören.
Sie haben sich Verdienste um unseren Freistaat erworben und sich mit ihrer ganzen Kraft für Sachsen eingesetzt.
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
ich danke Ihnen für das mir mit der Wahl zum Präsidenten des Sächsischen Landtags bezeugte Vertrauen.
Es ist mir eine große Ehre, von Ihnen gewählt worden zu sein.
Gleichzeitig soll es mir in den kommenden Jahren eine stete Verpflichtung sein, dieses Amt unparteiisch, überparteilich, gerecht, gewissenhaft und mit großem Engagement auszuüben.
Wer auf diesem Stuhl des Präsidenten Platz nimmt, hat sowohl den Blick auf den Landtag als Ganzes als auch auf jeden einzelnen Abgeordneten.
Wer auf das Ganze sieht und gleichzeitig auf seine Teile, der ist herausgefordert, das Ganze zu vertreten, das Gemeinsame zu befördern und den Einzelnen gerecht zu werden.
So möchte ich dieses Parlament der Sachsen würdig und mit demokratischem Geist nach innen und außen vertreten.
Mit den Mitteln des Landtagspräsidenten werde ich dem Gemeinsamen dienen und für jedes Mitglied dieses Hohen Hauses ein Ansprechpartner sein.
Dies gilt besonders für die erstmalig gewählten Kolleginnen und Kollegen.
Ich will alles tun, dass die Abgeordneten ihr von den Wählern übertragenes Amt möglichst gut und fruchtbringend für unser Land und seine Menschen ausführen können.
Gemeinsam wollen wir das vielfältige politische Leben in Sachsen in einer gehaltvollen und fairen politischen Auseinandersetzung abbilden und befördern.
Das feste Fundament unseres Handelns bildet unsere in tausend Jahren gewachsene Staatlichkeit, unsere in einer großartigen Kultur-Landschaft wurzelnde sächsische Identität.
Unsere Aufgabe als Parlamentarier besteht in der Diskussion und im politischen Wettbewerb um die Gestaltung der Zukunft der Menschen in diesem Land, unserer Kinder und Enkel.
Unser Ziel, unsere Vision, muss ein Sachsen in der Mitte Europas sein, eine Brücke zwischen dem Osten und dem Westen des Kontinents.
Deshalb liegt mir die Stärkung der Landesparlamente innerhalb unseres föderalen deutschen Staates genauso am Herzen wie die Beteiligung und Einbindung auf europäischer Ebene.
Die transparente Gestaltung politischer Entscheidungsprozesse, eine lebendige Demokratie und eine offensive Auseinandersetzung mit politischen Extremisten stärken das Vertrauen der Bürger in die Arbeit dieses Landesparlamentes.
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir sind alle zunächst Abgeordnete dieses Landtags und als solcher ist ein jeder gewählter Vertreter des ganzen Volkes, also aller Sachsen.
Die Zukunft unseres Freistaates und seiner Menschen ist die tägliche Aufgabe in diesem Hohen Haus.
Lassen Sie uns daher gemeinsam an die Arbeit gehen.
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