Einladung zum Johann Amos Comenius Club Sachsen (JACC): 17. Juni 1953 – 65 Jahre Volksaufstand: Wenn "Befreiung" nicht Freiheit heißt

Blick in den Zellentrakt der ehemaligen Dresdner MfS-Untersuchungshaftanstalt (Foto: Tichy/Dresden)

Anfang der 1950er Jahre befand sich die gerade gegründete DDR in einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise. Beim propagierten „Aufbau des Sozialismus“ geriet durch Versorgungsschwierigkeiten der Bevölkerung viel Sand ins ohnehin stotternde Getriebe. Die Unterdrückung und Enteignung privater Betriebe sowie die Zwangskollektivierungen der Landwirtschaft und vor allem die von der SED angeordnete Erhöhung der Arbeitsnorm von 10% führten zu Unmut und Ablehnung. Allein im Jahr 1952 flohen über 184.000 Bürger der DDR aus ihrer Heimat in den Westen. Ein Aderlass, den der Arbeitsmarkt in dieser Zeit nicht verkraften konnte.

Unter den Vorzeichen der Unzufriedenheit protestierten am 17. Juni 1953 die Arbeiter in vielen Städten der sowjetischen Besatzungszone. In Dresden ging der Aufstand vom Sachsenwerk Niedersedlitz aus. Ein Schwerindustriebetrieb der zur Sowjetischen Aktiengesellschaft gehörte. Mit über 5000 Beschäftigten einer der Größten in der Stadt. Der Staatsmacht gelang die Auflösung der Demonstrationen nur mit Hilfe sowjetischer Verbände und massiver Gewalt. Die Verfolgung Oppositioneller in Sachsen stieg durch diese Vorkommnisse stark an. Die Haftanstalten füllten sich mit aus politischen Gründen Inhaftierten. Auch in der heutigen Gedenkstätte „Bautzner Straße“ haben zu dieser Zeit viele „nicht Linientreue“ eingesessen und wurden in der Folge von der Staatssicherheit ins Visier genommen.

Hoffnungen und Zuversicht auf eine gute und unbeschwerte Zukunft nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg erfüllten sich in den Wiederaufbaujahren für die Menschen in der sowjetischen Besatzungszone nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Bis zum Bau der Mauer 1961 gingen über 2,5 Millionen Menschen in den Westen.

Warum diese politischen Machtverhältnisse unweigerlich zur Abwanderung von Eliten und Fachkräften führte und warum die Flucht aus der Heimat der einzige Ausweg in die Freiheit war?

Fragen, die wir gern mit Ihnen gemeinsam diskutieren wollen. Dazu lade ich Sie sehr herzlich in die Gedenkstätte "Bautzner Straße" nach Dresden ein.

Es freut mich, dass wir Ihnen nach der Veranstaltung und einem kleinen Mittagsimbiss die Gelegenheit für eine Führung in der Gedenkstätte anbieten dürfen. Bitte beachten Sie dazu die Hinweise auf der Rückmeldekarte, die Ihnen weiter unten auch zum Herunterladen zur Verfügung steht. Sie können gegen Vorlage Ihrer Einladungskarte das Angebot kostenfrei in Anspruch nehmen.

Frank Kupfer MdL
Vorsitzender der CDU-Fraktiondes Sächsischen Landtages

Programmpunkte

Begrüßung:

  • Frank Kupfer MdL, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Staatsminister a.D.

Grußwort:

  • Dr. Herbert Wagner, Vorsitzender des Vereins Erkenntnis durch Erinnerung e.V.,
    Oberbürgermeister a.D.

Referent:

  • Arnold Vaatz MdB, DDR-Bürgerrechtler, Staatsminister a.D.

Podium:

  • Dr. Herbert Wagner, Vorsitzender des Vereins Erkenntnis durch Erinnerung e.V.,
    Oberbürgermeister a.D.
  • Hasso Herschel, ehemaliger Fluchthelfer an der deutsch-deutschen Grenze,
    Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • Arnold Vaatz MdB, DDR-Bürgerrechtler, Staatsminister a.D.

Moderation:

  • Frank Kupfer MdL, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Staatsminister a.D.

Schlusswort:

  • Christian Hartmann MdL, Innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Dresden

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