Johann Amos Comenius Club Sachsen (JACC): „Sie nahmen uns nicht nur die Freiheit“ – Frauen in politischer Haft

Hoheneck war das größte Frauengefängnis in der DDR und ein zentraler Schreckensort der politischen Verfolgung. 40 Prozent der Insassinnen waren aus politischen Grunden inhaftiert. Sie wollten die DDR verlassen, klebten Protestplakate, kritisierten öffentlich das System oder diskutierten über mögliche Veränderungen. Damit gerieten sie in das Visier des SED-Regimes, wurden verurteilt und kamen nach Hoheneck. Das ehemalige Frauengefängnis ist ein Ort, an dem die Herrschaftspraktiken des DDR-Systems wie unter einem Brennglas sichtbar werden.

Der 17. Juni mahnt uns jedes Jahr aufs Neue, der Opfer politischer Verfolgung in der DDR zu gedenken. Dabei war dieses Datum im Jahr 1953 ein erster Kristallisationspunkt, an dem die Brutalität des Regimes besonders deutlich wurde. Proteste wurden mit der ganzen Kraft eines autoritären Staats und mit Hilfe des sowjetischen Militärs niedergeschlagen. Die Angst vor einem möglichen Machtverlust in der Folge des „Arbeiteraufstandes“ führte zur Vervollkommnung der Repressionsmechanismen des Staates.

Hoheneck ist in diesem Sinn der richtige Ort, um an die Opfer sozialistischer Ideologie und den Mut der Menschen zu erinnern, gegen dieses Unrechtsregime aufzubegehren.

Christian Hartmann MdL
Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages

Programmpunkte

17.00 Uhr Kranzniederlegung

am Gedenkstein in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte, anschließend besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung durch Teile des ehemaligen Frauengefängnisses

18.00 – 19.30 Uhr Gesprächsforum

Begrüßung:

  • Christian Hartmann MdL, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages

Impuls und im Gespräch:

  • Sabine Pop, Zeitzeugin und Trägerin der Sächsischen Verfassungsmedaille

Moderation:

  • Philipp Maurer, Kulturwissenschaftler

Schlusswort:

  • Rico Anton MdL, Innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion
    des Sächsischen Landtages und örtlicher Wahlkreisabgeordneter