Bildungspaket Sachsen 2020: Exzellente Lehrerausbildung für ein erstklassiges Schulsystem

Beitrag vom 22.12.2011 - 12:53

Koalitionsausschuss beschließt Maßnahmenpaket gegen Mangel an Lehrernachwuchs

Die Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktionen von CDU und FDP, Steffen Flath und Holger Zastrow, haben heute als Mitglieder des sächsischen Koalitionsausschusses gemeinsam mit Kultusminister Roland Wöller und Finanzminister Georg Unland (beide CDU) den Beschluss des Koalitionsausschusses „Bildungspaket Sachsen 2020: Exzellente Lehrerausbildung für ein erstklassiges Schulsystem“ vorgestellt.

Mit einem Paket in einem Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro will die CDU/FDP-Koalition den zunehmenden Lehrerbedarf decken. Dazu soll die Ausbildung von Lehrernachwuchs in Sachsen verbessert, eine Lehrerexzellenzinitiative ins Leben gerufen, Zukunftssicherheit für Lehramtsstudenten gegeben werden. Schulen sollen zudem mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit erhalten.

Dazu erklärt Steffen Flath, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages:

„Es ist ein ehrgeiziges Paket, das wir beschlossen haben. Aber es ist auch ein Kompromiss. Kompromisse haben es an sich, dass beide Seiten Zugeständnisse machen mussten. Sicher hätten sich Bildungspolitiker in dem einen oder anderen Bereich mehr gewünscht, während für Finanzpolitiker die Zugeständnisse an den Bildungsbereich wiederum zu weitgehend sind. Schließlich ist das Paket mit Mehrkosten von schätzungsweise 200 Millionen Euro verbunden, die so noch nicht eingeplant waren. Das Paket ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Es ist ein aber guter und tragbarer Kompromiss. Es ist ein Handlungsrahmen, für die Regierung, der weiterentwickelt werden muss und der von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand kommen wird. Wir sind im Bemühen um einen tragfähigen Kompromiss sehr weit gegangen, durften aber die anderen Politikbereich nicht außer Acht lassen. Das sollten wir in der Bewertung des beschlossenen Pakets im Hinterkopf behalten. Am Ende und davon bin ich überzeugt, haben wir einen für die Zukunft tragbare Lösung gefunden.“

Zudem erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

„Sachsen ist Bildungsland Nummer 1 in Deutschland. Dies ist vor allem auch ein Verdienst der motivierten Lehrer im Freistaat. Beim Lehrpersonal zeichnete sich nun aber ein dramatisches Nachwuchsproblem ab. Denn gerade einmal 11 Prozent der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen sind jünger als 40 Jahre. Laut Prognosen des Kultusministeriums scheiden bis 2020 scheiden mindestens rund 7.800 Lehrer aus, bis 2025 weitere rund 6.700 und bis 2030 nochmalig etwa 7.300.

Der Koalitionsausschuss von CDU und FDP hat nun ein umfassendes Paket zur Bekämpfung des Lehrermangels beschlossen. Unser Ziel ist es, die entstehende Lücke mit jungen Lehrern füllen, um mit einer gesunden Mischung von Lehrern aller Altersstufen den Bedarf an sächsischen Schulen zu decken.

Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir die Zahl der Plätze für Studienanfänger im Lehramt ebenso erhöhen wie die Zahl von Referendarstellen. Ein ‚Bildungs-Campus Sachsen’ unter Führung der Universität Leipzig soll die dezentrale Lehrerausbildung in Sachsen vernetzen. Und trotz der im Ländervergleich guten Schüler-Lehrer-Relation wollen wir weiter neue Lehrer einstellen.

Die bereits im Koalitionsvertrag vereinbarte und begonnene Weiterentwicklung der Mittelschule zu Oberschule wird vorangetrieben: Die Oberschule wird zum Schuljahr 2013/14 flächendeckend eingeführt. Die Schulen in Sachsen sollen zudem mehr Eigenverantwortung und mehr Freiheiten erhalten.

Mit dem Beschluss des Koalitionsausschusses beweisen wir erneut, dass wir in der Lage sind, gemeinsam die drängenden Probleme in Sachsen zu lösen. Die Koalitionspartner arbeiten in einer durchweg partnerschaftlichen und vertrauensvollen Art und Weise.

Bereits im Juni hatte der Koalitionsausschuss mit seiner Arbeit zum Thema Lehrernachwuchs begonnen - seitdem kein Wort nach außen gedrungen, bis wir jetzt nun den Beschluss vorstellen können. Auch das beweist die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Koalition.

Zu CDU/SPD-Zeiten war der Koalitionsausschuss ein Krisengremium, das man nutzte, um übereinander herzufallen und sich öffentlichkeitswirksam gegen den Koalitionspartner zu profilieren. Unser Koalitionsausschuss ist nun im Gegenteil ein Arbeitsgremium, in dem wir gemeinsam auch die schwierigsten Probleme still und im Konsens lösen können.“