24.03.2020

Medizinstudium ab Oktober auch in Chemnitz!

In Chemnitz wird ab dem kommenden Wintersemester das Studienfach Humanmedizin angeboten. Damit soll die künftige Ärzteversorgung auf dem Land verbessert werden. Das hat die Landesregierung heute beschlossen und setzt damit beschlossene Anträge des Sächsischen Landtages um.

Der neue Modellstudiengang bietet ab Oktober 50 neue Studienplätze für Ärzte. Das Studium wird unter Regie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden in Chemnitz durchgeführt. Die praktische Ausbildung sollen die angehenden Mediziner im Klinikum Chemnitz absolvieren.

Die Dresdner Universität hatte im Rahmen einer Projektförderung des Bundesgesundheitsministeriums das Konzept dafür komplett neu entwickelt, mit dem Ziel die Ärzteausbildung speziell an die Anforderungen für die Versorgung im ländlichen Raum anzupassen. Der Fokus der Ausbildungsinhalte ist stärker praxisorientiert. Der frühe und intensive Patientenkontakt wird mit Methoden der digitalen Medizin verbunden, um Ärzte auszubilden, die nachhaltig die medizinische Versorgung in Südwestsachsen stärken.

Für die Umsetzung stellt der Freistaat 21,5 Mio. Euro bis 2024 bereit, die vom Sächsischen Landtag im Doppelhaushalt beschlossen wurden. Sachsen leistet damit seinen Anteil an der Finanzierung. Diese Zusage der Landesregierung ist die Voraussetzung für eine befristete Mitfinanzierung des Projektes durch das Bundesgesundheitsministerium. Ab 2024 ist der Modellstudiengang allein aus Landesmitteln zu finanzieren. Damit können nun die letzten Schritte auf dem Weg zur ersten akademischen Ärzteausbildung in Chemnitz gegangen werden.

Der CDU-Abgeordnete und Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Ich freue mich, dass dieser wesentliche Baustein für die künftige Ärzteversorgung auch in den ländlichen Gebieten Sachsens heute vom Kabinett beschlossen wurde. Das ganze Projekt trägt entscheidend dazu bei, die Bedarfe auch außerhalb der großen Ballungszentren in den nächsten Jahren zu stabilisieren. Ich bin allen Beteiligten, insbesondere den Konzeptentwicklern an der TU Dresden und den beteiligten Partnern in Chemnitz, sehr dankbar für die intensive Vorbereitung und bin überzeugt, dass das Vorhaben zum Erfolg wird.«

Hintergrund:
Der Modellstudiengang Chemnitz ist eine der Maßnahmen des von der Landesregierung im Juni 2019 beschlossenen »20-Punkte-Programm – Medizinische Versorgung 2030«. Diese Maßnahmen sollen insgesamt und in ihrem Zusammenwirken eine Stabilisierung der ärztlichen Versorgung in den ländlichen Regionen des Freistaates Sachsen gewährleisten. Die Einrichtung des Modellstudiengangs der TU Dresden am Standort Chemnitz mit der Zielstellung von 50 zusätzlichen Studienplätzen ist auch im Koalitionsvertrag verbindlich vereinbart worden.

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