Ökologie und Ökonomie müssen einander nicht ausschließen

In der öffentlichen Diskussion trifft man immer wieder auf das ambivalente Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie – wirtschaftliches Handeln stehe angeblich im Gegensatz zu ökologischen Belangen. Wie scheinbar gegensätzliche Dinge doch in der Praxis voneinander profitieren können, war Thema des Umweltpolitischen Forums der CDU-Landtagsfraktion am 14. Mai 2014 in Siebenlehn. Insgesamt 70 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und interessierte Bürger folgten der Einladung.

Der Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer stellte klar, dass Sachsens Umweltallianz ein bestes Beispiel für das sehr gute Miteinander von Ökologie und Ökonomie sei. "Innovative Umwelttechnologiefirmen aus Sachsen sind in der ganzen Welt aktiv und für den Freistaat ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden", so Kupfer. Der Schwerpunkt in Sachsen liegt unter anderem im Bereich Recyclingwirtschaft, der Wasserwirtschaft und der Energieeffizienz. Aktiv begleitet werden die Bereiche auch von Forschern an Sachsens Hochschulen.

So auch von Professorin Edeltraud Günther vom Lehrstuhl für betriebliche Umweltökonomie an der Technischen Universität Dresden, die die lange Tradition der Nachhaltigkeit in Sachsen als Ergebnis des Konflikts zwischen Ökologie und Ökonomie lobte. Mit Blick auf den Umweltschutz sagt die Wissenschaftlerin: "Dieser rechnet sich in den meisten Fällen für die Unternehmen, auch wenn es manchmal länger dauert." Denn Unternehmen, die Energie und Material sparen, ihre Transportkosten senken, schonen Ressourcen und befriedigen dennoch die Bedürfnisse.

Das Unternehmen Bombardier Transportation GmbH hat genau das verstanden, erklärt dessen Vorsitzender der Geschäftsführung, Michael Clausecker. "Nachhaltige Mobilität weiterzuentwickeln ist die wichtigste Aufgabe von Bombardier", so Clausecker. Das Unternehmen sieht sich selbst als Vorreiter des nachhaltigen Wirtschaftens und des Umweltschutzes. So werden heute keine Finanzmittel mehr in Firmenprojekte investiert, die nicht im Zusammenhang mit der Verbesserung von Umweltstandards stehen. "Wir sehen in dem Schutz der Umwelt und dem Prinzip der Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil, der von unseren Kunden als Effizienzkriterium nachgefragt wird."

Seit 1990 wurden im Unternehmen Galvanotechnik Baum GmbH kaum vorstellbare Anstrengungen unternommen, um im Galvanikbereich nachhaltig und umweltschonend zu arbeiten. Dafür erhielt das Unternehmen und dessen geschäftsführender Gesellschafter, Nicolai A.J. Baum, im Jahr 2008 den Sächsischen Umweltpreis. "Umweltschutz gibt es allerdings nicht zum Nulltarif", erklärt Geschäftsführer Bernd Schwarzer. Die hohen Kosten konnten aber inzwischen durch eine modernisierte Produktion gesenkt und damit sogar Marktvorteil erzielt werden. Neben der Beteiligung an intensiver Forschung im Bereich des Materialeinsatz sind auch die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter entscheidend für ein funktionierendes Umweltengagement.

Für den umweltpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Stephan Meyer, sind das gute Beispiele dafür, dass Ökologie und Ökonomie einander nicht ausschließen, sich sogar wechselseitig bedingen. "Unternehmen dazu zu motivieren, mehr für die Umwelt zu tun, kann nur durch Kooperation und Unterstützungsmaßnahmen des Staates gelingen", so Meyer. Wettbewerbsvorteile wie "ökologisches Engagement" und "Maßnahmen zur Nachhaltigkeit" müssen aktiv genutzt und offensiv fortentwickelt werden. "Die CDU-Landtagsfraktion wird sich auch in Zukunft aktiv für eine Stärkung des Bewusstseins einsetzen, Energie und Ressourcen zu sparen, um unsere schöne Umwelt zu schützen."