Sachsens Sportschulen sind ein Erfolgsgarant

Podiumsdiskussion im Sportschulzentrum Dresden – moderiert von CDU-Sportpolitiker Wolf-Dietrich Rost

Zum Sportpolitischen Forum der CDU-Landtagsfraktion am 20. September 2016 im Sportschulzentrum Dresden tauschten sich Vertreter aus Sport und Politik mit einem interessierten Publikum zu Sachsens Sportschulen aus: Sind diese fit für die Zukunft? Durch den Abend führte CDU-Sportpolitiker Wolf-Dietrich Rost.

Kultusministerin Kurth

In ihrem Impulsreferat lobte die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth das vorbildliche Engagement der Sportschüler, Trainer und Lehrer an den Sportschulen. "Sie alle tragen gemeinsam dazu bei, dass Sachsen im Spitzensport national wie international eine außerordentlich gute Figur macht", so die Staatsministerin. Damit bestätigt sie die Erfahrung von Handballtrainer Norman Rentsch. Der Trainer des Bundesligavereins HC Leipzig zählt aktuell 16 Absolventinnen sächsischer Sportschulen in seinem Team. "Die Qualität der Förderung zeigt sich durch die herausragenden Leistungen den Sportlerinnen", so Rentsch. Das ermöglicht seinem Team mit der finanziell teils besser ausgestatteten Konkurrenz auf Bundesliganiveau mithalten zu können.

Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus können sich die Leistungen sächsischer Sportschüler sehen lassen: Elf Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele und Paralympics sind oder waren Schüler sächsischer Sportschulen. Unter ihnen auch Kunstturnerin und Bronzemedaillen-Gewinnerin von Rio, Sophie Scheder, und Leichtathlet Max Heß, die den Gästen auch einen Einblick in ihren Alltag als Sportschüler gaben: Eine wöchentliche Arbeitsbelastung von 60 bis 80 Stunden war für beide während ihrer Schulzeit die Regel. Training, Unterricht, nochmal Training und ein wenig Zeit für Regeneration. Hinzu kamen viele Fehltage aufgrund von Wettkämpfen. Dieses Pensum zu meistern sei für beide nicht leicht gewesen, aber mit Disziplin und Ehrgeiz schafften sie es, die Schule erfolgreich abzuschließen und gleichzeitig nationale wie internationale Erfolge zu feiern. Heß nutzte zudem die Möglichkeit, das Abitur auf drei Schuljahre auszudehnen – eine Option, von der viele Schüler an sächsischen Sportgymnasien Gebrauch machen. Ab Herbst wird er an der TU Chemnitz Wirtschaftsingenieurwesen studieren. Scheder entschied sich nach der Mittleren Reife für eine Zukunft als Sportsoldatin bei der Bundeswehr.

Einig waren sich die Sportler darüber, dass ihre Lehrer eine entscheidende Rolle in ihrem Werdegang spielen. Angesichts des großen Lehrerbedarfs im Freistaat betonte StaatsministerinKurth, dass es auch "in Zeiten schwieriger Fahrwasser" wichtig sei, Sportschulen mit ausreichend qualifiziertem Lehrpersonal auszustatten. Dies bliebe eine Herausforderung, der sich die Regierung stelle.

Erfolgreich als Schülerin und Sportlerin: Sophie Scheder, Kunstturnerin und Bronzemedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro

In der Podiumsdiskussion meldeten sich auch die Eltern von Sportschülern zu Wort: Einerseits mit Lob für das System, andererseits Sorge um die Zukunft ihrer Kinder. "Nach dem Abschluss der Sportoberschule", so ein Vater, "wäre es nicht einfach für die Schüler, eine passende Ausbildung zu finden, die sich mit dem Leistungssport vereinbaren ließe". Zwar bieten Bundeswehr, Bundes- und Länderpolizei sowie der Zoll entsprechende Programme an, darüber hinaus gäbe es jedoch nicht viele Optionen. Man müsse "Schülerbiographien besser begleiten und nicht fallen lassen", so der Appell.

Auch die etwaige Mischung von Sport- und "normalen" Schulklassen wurde diskutiert. Gerade im ländlichen Raum funktioniere das Modell gut, argumentierten die Befürworter. Andere sahen die spezialisierte und flexible Ausbildung der Schüler in gemischten Klassen gefährdet. "Wir setzen auf individuelle Lösungen", betonte Ralf Berger, Leiter der Regionalstelle Leipzig der Sächsischen Bildungsagentur.