"Höchstleistungen im ländlichen Raum": CDU-Landtagsfraktion vor Ort im Vogland

Mit ihrer ersten Vor-Ort-Aktion haben Mitglieder des Fraktionsvorstandes gemeinsam mit den Wahlkreisabgeordneten der CDU-Landtagsfraktion am 4. Juli den Vogtlandkreis besucht. Dabei kamen die CDU-Politiker mit Unternehmern und Kommunalpolitikern ins Gespräch und haben wichtige Impulse für ihre Arbeit im Sächsischen Landtag mit nach Dresden zurück genommen.

Produziert Stahlformen für die Betonindustrie: Die KOBRA-Formen GmbH in Lengenfeld gehört zu den Weltmarktführern.

Stahlplatten, Schweißgeräte, schwülwarme Luft der Hochöfen in den Werkhallen der KOBRA-Formen GmbH. Das Unternehmen produziert seit 1991 in Lengenfeld Stahlformen für die Betonsteinindustrie. "Die sächsische Wirtschaftsförderung hat den Start am Markt erleichtert", erklärt Geschäftsführer Holger Stichel. Inzwischen ist das Unternehmen einer der 23 Weltmarktführer in Sachsen und mit 320 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Über zwei Drittel des Umsatzes – rund 50 Millionen Euro waren es im Jahr 2014 – werden im Export erwirtschaftet. Tochtergesellschaften gibt es inzwischen in Russland, Tschechien, Polen, Dänemark, den Niederlanden und den USA. "Auch in China haben wir es versucht", erklärt Stichel. Allerdings haben die Lengenfelder freiwillig den Rückzug angetreten: "Die Chinesen können in der geforderten Qualität einfach nicht mithalten." Aber genau darauf kommt es an. Und auf Erfindergeist: "Innovative Produkte und zahlreiche Patente zeigen die Innovationsfreude unserer Mitarbeiter und Führungskräfte", so Stichel. Um neue Mitarbeiter bemüht man sich sehr: 120 von ihnen haben ihre Ausbildung im Unternehmen absolviert. Zehn Ausbildungsstellen bietet KOBRA jährlich an, garantiert die Übernahme nach erfolgreichem Abschluss. "Mit der dualen Ausbildung und der Zusammenarbeit mit den Berufsakademien sind wir sehr zufrieden", so Stichel.    

Ungefährlicher Blick durch das Teleskop zur Sonne: In der Schulsternwarte Rodewisch ist es möglich.

Die Sternwarte Rodewisch trägt den Namen eines der berühmtesten Söhne des Vogtlandes: Sigmund Jähn – 1978 der erste Deutsche im Weltraum. Draußen scheint die Sonne auf die frischgestrichene gelbe Fassade der beiden Gebäude, im Planetarium geht das Licht aus. An die Acht-Meter-Durch Kuppel projiziert Jochen Engelmann den Verlauf von Mond und Sonne, lässt per Knopfdruck die Sternzeichen aufleuchten. "Die Projektionstechnik dafür ist gut 30 Jahre alt, entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen", erklärt der Leiter der Schulsternwarte. Vor allem mit den notwendigen Farbspektren gäbe es Problem. "Die Kosten für eine Neuanschaffung liegen im sechsstelligen Bereich", so Engelmann. Sternwarte und Planetarium sind eine Einrichtung der Stadt Rodewisch, gefördert durch den Vogtlandkreis im Kulturraum Vogtland-Zwickau. Doch mit der Finanzierung gibt es Probleme: "Nach der Kreisgebietsreform vor sieben Jahren wurden auch die Kulturräume neu geordnet, im Zuge dessen wurden im Jahr 2010 Kulturleitlinien für den Zweckverband Kulturraum Vogtland-Zwickau erarbeitet, in denen spartenbezogene Schwerpunkte mit Ausschlussliste festgelegt sind", erklärt Engelmann. Damit fielen die bis dahin zugewiesenen, jährlichen Zuschüsse für Personal und laufenden Betrieb weg. "Dabei leisten wir hier wichtige Bildungsarbeit – nur erhalten wir für diese keine Fördermittel", erklärt Engelmann. Schulklassen sind häufig im Haus, erfahren viel über Astronomie, einem Schulfach, das es in den Lehrplänen nicht mehr gibt. CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Kupfer und Vizelandrat Rolf Keil versprechen, wegen der Finanzierungsmöglichkeiten nachzuhaken, eine Lösung zu suchen, wie man hier weiterhelfen könne.

Vor zehn Jahren wurde die Comcard GmbH mit 36 Mitarbeitern in Falkenstein neugegründet – inzwischen sind es 146: Geschäftsführer Ralph Siegel (l.) und CDU-Wahlkreisabgeordneter Sören Voigt.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch: Ausweiskontrolle, Schleusen, Überwachungskameras. Hier geht es um Millionenwerte und hochsensible Daten. Die Comcard GmbH produziert sogenannte Smartcard-Systeme wie Chip- und Magnetstreifenkarten. Das sind nicht nur elektronische Mitgliedsausweise, sondern vor allem EC- und Kreditkarten, Geschenkgutscheine und Prepaid-Karten. Zu den Kunden zählen unter anderem Audi, die AOK, Ikea, Karstadt-Quelle und die Postbank. "Wir erfüllen hier die höchsten Sicherheitsstandards", erklärt Geschäftsführer Ralph Siegel. Jährlich gibt es Prüfungen, es reisen unter anderem IT- und Datenschutzexperten von MasterCard und VISA aus London an, um die Sicherheit auf Herz und Nieren zu prüfen. Von hier aus werden auch die Bankkarten an die Bankkunden verschickt, Tage später folgen aus Sicherheitsgründen die zugehörigen PIN-Codes. Rund 50 Millionen Briefe werden jährlich versandt. Seit 1991 hat das Unternehmen seinen Sitz in Falkenstein. Nur zehn solcher Unternehmen gibt es in Deutschland, Comcard ist das einzige im Osten der Republik. Mittlerweile befasst man sich auch mit Eigenentwicklung. Dazu gehört neben einem Geschenkkartenportal auch die KiTa-Card. "Diese haben wir gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Vogtland entwickelt", erklärt Vertriebsleiterin Gabi Goldhahn stolz. Auf die Idee kam man, nachdem der gesetzliche Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahre eingeführt wurde. Seit Ende 2013 gibt es die Karte nun im Vogtlandkreis. "Durch die Einführung sollen Doppel- und Mehrfachanmeldungen entfallen. Das bringt nicht nur Planungssicherheit für die Eltern, sondern auch für die Betreuungseinrichtungen, Stadtverwaltungen und Jugendämter", erklärt Berthold Geier, Jugendamtsleiter im Landratsamt. Gleichzeitig können über ein Online-Portal verfügbare und freiwerdende Plätze angezeigt werden und so Wartezeiten auf neu zu besetzende Plätze verkürzt werden. Künftig soll es auch eine Smartphone-App geben und die Karte zum Zutritt in die Betreuungseinrichtung genutzt werden können. "Wie wäre es, die Karte auch für die Belegung von Ausbildungsplätzen auszubauen?", regt Fraktionsvorsitzender Frank Kupfer an. Denn die Vorteile des Systems leuchten ein. Die CDU-Delegation will nun prüfen, ob das System auf den gesamten Freistaat übertragen werden könnte.

Asyl und Kommunalfinanzen im Fokus: Kommunalpolitisches Gespräch mit Lokalpolitikern im Vogtlankreis.

Zu einer Gesprächsrunde mit Bürgermeistern der umliegenden Städte und Gemeinden sowie Vizelandrat Rolf Keil kamen der CDU-Fraktionsvorstand und die beiden Wahlkreisabgeordneten Sören Voigt und Stephan Hösl im Stadtarchiv in Auerbach zusammen. Auf der Agenda standen insbesondere die Themen Asyl und Kommunalfinanzen, zu denen Christian Hartmann, kommunalpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Stellung nahm. Darüber hinaus diskutierten die Gemeindevertreter zum sozialen Wohnungsbau, den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Straßen- und Fußwegebau. "Auch hier konnten wir wieder zahlreiche Anmerkungen und Hinweise der Kommunalvertreter aufnehmen", sagte Fraktionsvorsitzender Frank Kupfer im Anschluss des Gesprächs. Die Sorgen und Nöte aus den Kommunen, insbesondere aus dem ländlichen Raum zu kennen, sei wichtig für die politische Arbeit auf Landesebene. "Hier im Vogtland haben wir eindrucksvoll erlebt, zu welchen Höchstleistungen der ländliche Raum im Stande ist", lobt Kupfer.