Heute debattierte der Sächsische Landtag über die Pläne der Internationalen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, das erste Bildungszentrum außerhalb Israels in Deutschland aufzubauen. Nach einer bundesweiten Machbarkeitsstudie hat Yad Vashem dafür Sachsen als einen potenziellen Standort, neben Bayern und Nordrhein-Westfalen, ausgewählt.
Dazu sagt der CDU-Politiker Dr. Frank Kromer: „Es ist ein tiefgreifendes Alarmzeichen, dass Yad Vashem 80 Jahre nach dem Holocaust die Gründung einer Bildungsstätte in Deutschland für notwendig erachtet. Es ist die richtige Antwort auf einen weltweit und auch bei uns zunehmenden Antisemitismus sowie gefährliche Holocaust-Verzerrungen. Für uns als sächsische CDU-Fraktion ist dieses Vorhaben – gerade im laufenden ‚Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026‘ – nicht nur eine Ehre, sondern ein klarer politischer Auftrag: Wir stellen uns jeder Form von Antisemitismus und der Relativierung des Holocaust als dem größten Menschheitsverbrechen mit aller Entschlossenheit entgegen.“
„Sachsen hat sich als Standort für das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels bereits klar positioniert. Wir bieten mit Leipzig nicht nur eine hervorragende Anbindung, sondern mit Partnern wie dem Ariowitsch-Haus ein lebendiges Netzwerk jüdischer Gegenwart. Gerade in Mitteldeutschland spüren wir gesellschaftliche Veränderungen oft früher und direkter – eine Bildungsstätte am Puls der Zeit wäre hier genau richtig, um Geschichte für neue Generationen, Zuwanderer und die breite Öffentlichkeit begreifbar zu machen.“
Kromer betont: „In Zeiten von KI-generierten Fälschungen in sozialen Medien und der zunehmenden Leugnung von Fakten in aller Öffentlichkeit brauchen wir die Expertise von Yad Vashem mehr denn je. Wir müssen der inakzeptablen Entwicklung und angesichts von über sechs Millionen Opfern und damit der ‚Monströsität der Zahlen‘ verstärkt persönliche Schicksale entgegenstellen, um Empathie zu wecken. Die Arbeit von Yad Vashem richtet sich an die gesamte Gesellschaft – vom Klassenzimmer bis zur Öffentlichkeit. Denn nur wer um die Wahrheit der Vergangenheit weiß, kann die Freiheit der Zukunft sichern.“
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