Der Sächsische Landtag hat heute den 28. Tätigkeitsbericht der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur beraten. Der Bericht zeigt die anhaltende Bedeutung der Beratung und Rehabilitierung von Betroffenen sowie der Bildungs- und Erinnerungsarbeit.
Dazu sagt der Plauener CDU-Landtagsabgeordnete und Fleischermeister Jörg Schmidt: „Aufarbeitung ist nicht rückwärtsgewandt. Es geht vor allem um die Menschen, die unter der SED-Diktatur verfolgt, eingesperrt oder in ihren Lebenswegen beschädigt wurden. Zugleich müssen gerade junge Menschen verstehen, wie eine Diktatur funktioniert, wie Freiheit verloren geht und warum Demokratie, Gewaltenteilung und Rechtsstaat geschützt werden müssen.
Schmidt weiter: „Für mich als Plauener hat dieses Thema eine besondere Bedeutung. Am 7. Oktober 1989 gingen in meiner Heimatstadt rund 15.000 Menschen für Freiheit und Demokratie auf die Straße. Es war die erste Großdemonstration in der DDR, vor der die Staatsmacht zurückweichen musste. Diese Menschen riskierten ihre Freiheit und ihre körperliche Unversehrtheit. Ihr Mut verpflichtet uns bis heute.“
Mit Blick auf das Mitsingen der DDR-Hymne durch führende AfD-Vertreter bei einer Wahlkampfveranstaltung betont Schmidt: „Eine Diktatur ist keine Folklore. Wer im Wahlkampf mit der Hymne und den Symbolen der DDR spielt, trägt aus meiner Sicht dazu bei, diese Diktatur zu verharmlosen und politisch salonfähig zu machen. Damit wird zugleich das entwertet, wogegen die mutigen Bürgerinnen und Bürger 1989 in Plauen, Leipzig und vielen anderen Orten auf die Straße gegangen sind.“
Abschließend erklärt Schmidt: „Gerade deshalb ist die Arbeit der Landesbeauftragten Dr. Nancy Aris und ihrem Team so wichtig. Aufarbeitung heißt für uns: den Opfern zuhören, das Unrecht klar benennen, Geschichte nicht verklären und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat verteidigen.“
(Bildnachweis: BStU/Montagsdemonstration am 7. Oktober 1989 in Plauen)




