Gestern hat der Sächsische Landtag fraktionsübergreifend einen Antrag zum verstärkten Schutz und zur Förderung der sorbischen Sprache beschlossen. Damit stimmten die Parlamentarier auch zu, weitere Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen für Sachsen zu übernehmen.
Dazu sagt die Oberlausitzer CDU-Abgeordnete Elaine Jentsch: „Das sorbische Volk als autochthone Minderheit ist kein Zusatz zu unserem Freistaat, sondern mit seiner Kultur und seinen Traditionen ein unverzichtbarer Teil seiner Geschichte, seiner Gegenwart und seiner Zukunft. Aus unserer Verfassung erwächst die dauerhafte Verantwortung, dieses reiche Erbe im Alltag lebendig zu halten, damit Sorbisch im öffentlichen Raum aktiv gelebt wird.“
„Sachsen beginnt beim Minderheitenschutz keineswegs bei null und ist im bundesweiten Vergleich kein Nachzügler. Mit dem Sächsischen Sorbengesetz, der Förderung der Stiftung für das sorbische Volk und der Erfüllung von siebenundvierzig Verpflichtungen der Europäischen Charta haben wir in den vergangenen Jahrzehnten ein starkes Fundament in Bildung und Verwaltung geschaffen.“
Die CDU-Politikerin betont: „Der beschlossene Antrag ist ein vernünftiger Weg, um unsere bestehenden Ziele ohne bürokratischen Mehraufwand und gemeinsam mit den sorbischen Interessenvertretungen noch wirksamer in die Praxis zu bringen. Es geht nicht um den Aufbau völlig neuer Verpflichtungen, sondern um die konsequente und zielgerichtete Stärkung der sorbischen Identität.“
Abschließend sagt Jentsch: „Da die sorbische Sprache und Kultur nicht an Verwaltungsgrenzen aufhören, richten wir den Blick nun ganz bewusst auch nach Brandenburg. Denn beide Bundesländer sollten dasselbe Ziel verfolgen: den Erhalt und die Stärkung der sorbischen Kultur und Sprache. Daher wollen wir einen echten Gleichklang der Maßnahmen im gesamten Siedlungsgebiet erreichen, damit kein Angehöriger dieser Volksgruppe benachteiligt wird und der Erhalt dieser Minderheitensprache nachhaltig gelingt.“
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