Freistaaten-Allianz: Neuer Aufbruch für Automobilstandort

31.08.2026 - Treffen der CDU-/CSU-Fraktionsspitzen aus Sachsen, Thüringen und Bayern in Eisenach

(Eisenach/Dresden, 31. August 2026) Die CDU- und CSU-Fraktionen in den Landtagen von Sachsen, Thüringen und Bayern wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen und das gemeinsame Freistaatentreffen als festes politisches Format etablieren. Bei ihrer Zusammenkunft in Eisenach bekräftigten die Fraktionsvorstände die enge Verbindung der drei Länder. Sachsen, Thüringen und Bayern seien nicht nur durch ihre Geschichte und ihr Selbstverständnis als Freistaaten verbunden, sondern auch durch gemeinsame wirtschaftliche Interessen und eng verflochtene Wertschöpfungsketten, erklärten die drei Vorsitzenden Christian Hartmann (re.), Andreas Bühl und Klaus Holetschek (li.) auf der Wartburg.

Im Mittelpunkt des Treffens unweit des Eisenacher Opel-Werks stand die Zukunft der Automobilindustrie. In einem gemeinsamen Beschluss fordern die drei Fraktionen einen klaren industriepolitischen Kurs, um Entwicklung, Produktion und Beschäftigung in Deutschland zu halten. Hohe Energie- und Standortkosten, übermäßige Bürokratie und ein wachsender internationaler Wettbewerbsdruck gefährdeten zunehmend Investitionen und Arbeitsplätze. Die Transformation der Branche müsse deshalb gemeinsam mit den Unternehmen und Beschäftigten gestaltet werden.

Konkret sprechen sich die Fraktionen dafür aus, die Standortkosten innerhalb von zwei Jahren spürbar zu senken und Genehmigungsverfahren für Investitionen in der Regel innerhalb von zwölf Monaten abzuschließen. Forschung, Entwicklung und Produktion neuer Technologien müssten stärker in Deutschland gehalten und der Transfer in die industrielle Anwendung beschleunigt werden. Zugleich brauche es Technologieoffenheit, leichter zugängliche Förderprogramme für mittelständische Zulieferer sowie frühzeitige und verbindliche Dialoge, wenn Standorte von Verlagerungen oder Schließungen bedroht sind.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um den VW-Standort in Zwickau sagt Christian Hartmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtags:
„Zwickau ist nicht die verlängerte Werkbank Wolfsburgs, sondern das produktivste und effizienteste VW-Fahrzeugwerk in ganz Deutschland. Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren mit Tatkraft und Engagement bewiesen, dass sie Transformation können. Produktionsstandorte wie dieser sind die Zukunft von Volkswagen. Die aktuelle Standortdebatte um das Werk in Zwickau ist damit das vollkommen falsche Signal. Volkswagen braucht mehr Produktivität statt reiner Kürzungsdebatten. Wie das gelingen kann, zeigt das Werk in Zwickau geradezu exemplarisch.“

Andreas Bühl, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag:
„Die Automobil- und Zulieferindustrie befindet sich bei zurückgehenden Aufträgen, Investitionen, die sich verlagern und immer mehr Arbeitsplätzen, die unter Druck geraten in einer ernsten Lage. Als Automobilland schlechthin darf das kein anhaltender Zustand werden. Gerade für Thüringen mit seiner stark mittelständisch geprägten Zulieferlandschaft steht dabei viel auf dem Spiel. Dass wir uns in Eisenach treffen, ist deshalb kein Zufall. Seit 1898 werden hier Autos gebaut. Hier begann BMW seinen Weg als Automobilhersteller und heute führt Opel diese große industrielle Tradition fort. Eisenach zeigt, wie eng wirtschaftlicher Erfolg, technischer Fortschritt und sichere Arbeitsplätze miteinander verbunden sind. Wer will, dass diese Geschichte weitergeschrieben wird, darf den Wandel nicht durch hohe Energiepreise, lähmende Bürokratie und einseitige technologische Vorgaben zusätzlich erschweren. Wir drängen darauf, dass Entwicklung und Produktion in Deutschland bleiben. Die Automobilindustrie muss auch künftig ein starkes Fundament unseres Wohlstands sein.“

Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag:
„Bayern ist das Automobilland Deutschlands – BMW, Audi, MAN und hunderte von Zulieferern prägen unseren Wohlstand und unsere Identität als Standort. Genau deshalb trifft uns eine verfehlte EU-Politik besonders hart. Die neue Studie der TU München, einer unserer renommiertesten bayerischen Forschungseinrichtungen, belegt es eindeutig: E-Autos reduzieren CO₂ im Vergleich zum Verbrenner im Schnitt nur um 41 Prozent – von Klimaneutralität keine Spur. Eine Politik, die auf dieser Grundlage das Verbrenner-Aus erzwingt, schadet Bayern massiv. Europa braucht das Auto – und Bayern braucht Technologieoffenheit statt ideologischer Verbote. Wir dürfen unsere stärkste Industrie nicht weiter selbst schwächen. Deshalb stehen wir heute gemeinsam mit unseren Freunden aus Sachsen und Thüringen: Für niedrigere Standortkosten, schnellere Genehmigungen und einen industriepolitischen Kurs, der Entwicklung und Produktion in Deutschland hält – zum Wohl der Beschäftigten in Bayern und weit darüber hinaus.“

Hintergrund:
Das erste gemeinsame Freistaatentreffen der CDU- und CSU-Landtagsfraktionen aus Thüringen, Sachsen und Bayern fand am 8. September 2025 in Mödlareuth statt. Der einst durch die innerdeutsche Grenze geteilte Ort stand 35 Jahre nach der Wiedervereinigung sinnbildlich für das Zusammenwachsen über frühere Grenzen hinweg. Dort begründeten die drei Fraktionen ihre „Allianz der Freistaaten“ und vereinbarten eine engere Zusammenarbeit unter anderem bei länderübergreifenden Verkehrsprojekten, der Gesundheitsversorgung, der Bekämpfung von Extremismus sowie in Fragen des Föderalismus. Mit dem Treffen in Eisenach wird diese Zusammenarbeit fortgeführt und dauerhaft gefestigt.

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Mario Dense

Pressesprecher (komm.) | Öffentlichkeitsarbeit

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